Kraftrichtungsordnung: „Helioda“/Liebe = Wirklichkeit - Part 1
 
Bild links: Weltall und Zelle bzw. Innen und Aussen. Quelle DgM Nr. 16. Hrsg. A. Kupfer. 1934. Zeichnung Mellerke

Editorial.
© 1999-2007 Medical-Manager Wolfgang Timm

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Carl Huter (1861-1912) hat mit seiner Entdeckung der Lebenslichtstrahlen, «Helioda», das Fundament für das psychologische Zeitalter unmissverständlich gelegt. CarlHuter entdeckte im Jahr 1889 diese psycholo-gische Leitkraft und schied sie beweiskräftig, trennscharf von anderen Kräften. Nach 10 Jahren Arbeit war das Werk vollendet. Heute vor hundert Jahren, 1899, konnten nun alle Kräfte vollständig mit dem bis dahin fehlenden Glied, «Helioda», zu einem Kreis geschlossen werden, nämlich der «Kraftrichtungsordnung». Erst mit diesem vollständigen Koordinatensystem der Kräfte eröffnete die Hutersche Psycho-Physiognomik und Kallisophie auch das Fundament für Seelenkenntnis auf sicherer naturwissenschaftlicher Grundlage. Es wird zahlreiche Menschenkenntnisse geben. Nur ein Original wird Bestand haben. Das Original heißt CarlHuter - Menschenkenntnis. Sein Lebenswerk (Hauptwerk) wurde erstmals 1904 bis 1906 in fünf Lehrbriefen veröffentlicht. (Hier in Rubrik „Hören“, „Vier Bücher“ und „Hauptwerk“ digital zum Selbststudium)

In den fünfziger Jahren stellte Piere Teilhard de Chardin in seinem Werk „Le Phénoméne Humain“ fest: "Eine künftige Ära menschlicher Wissenschaft wird im höchsten Maß eine Ära der Wissenschaft vom Menschen sein: Der wissende Mensch, der endlich wahrnimmt, daß der Mensch als «Gegenstand des Wissens» der Schlüssel der Naturwissenschaft ist". Carl Huter hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts diesen Weg in naturwissenschaft-licher grundsätzlicher Art aufgezeigt.

An der Schwelle in das 21. Jahrhundert - kristallisiert sich ein Paradigmenwechsel. Es stoßen elektro-magnetische, dröhnende Strömungen auf vitalisierende, heliodische Schöpfungskräfte, die durch ihren Spannungsbogen einen evolutiven Schub bewirken.

«www.truthbomb.de» oder «www.beautybomb.de», also diese Web-Präsenz, orientiert sich streng an das naturwissenschaftliche Lehr- und Lernsystem der originalen CarlHuterschen Psycho-Physiognomik und Kallisophie - also wissenschaftliche und praktische Menschenkenntnis.

Herr Dr. phil. G. Brandt, ein Zeitzeuge zu Lebzeiten von CarlHuter, würdigte in seiner Broschüre das beispiel-lose Verdienst dieser originalen Entdeckung der Lebenslichtstrahlen, Helioda, durch Carl Huter.

Husum, 9. Oktober 1999	                                                                                   (Update 19. April 2007)	
Wolfgang Timm


Die grösste Entdeckung des neunzehnten Jahrhunderts
Carl Huter`s Helioda - die neuenLebensstrahlen
Wie unterscheiden sich diese Strahlen von den magnetischen, elektrischen, mediomischen (odischen) Wärme-, Schwer-X, Y- und N-Strahlen in der Nah- und Fernwirkung auf lebende Körper?

Protokollierte und amtlich beglaubigte Tatsachen über Übertragbarkeit der Lebens- und Gedankenkraft aus einem Experimental-Vortrag vom 17. Februar 1906 in Dresden mit einem erklärenden Anhang und zehn Illustrationstafeln mit Text

Von Dr. phil. G. Brandt, Chemiker und Physiker

Erstes Zweitausend. Arminius-Verlag Detmold. 1907.


Vorwort.

In zahlreichen Berichten von wissenschaftlicher Seite hat die auf neuen wissenschaftlichen Grundlagen aufgebaute Lehre Carl Huters aus Detmold über Psycho-Physiognomik, d.h. Menschenkenntnis durch Körper-, Lebens-, Seelen- und Gesichtsausdruckskunde warme Anerkennung gefunden. Die gleiche Meisterschaft hat Huter im Hellfühlen bewiesen und sein erstaunliches Können auf diesem Gebiete in wiederholten Proben vor autoritativer Seite abgelegt. Mehrfach gebeten, gab er im Februar dieses Jahres auch in Dresden in interessanten Vorführungen und Lehrabenden seine Lehre bekannt, die Beteiligung an seinen öffentlichen Vorträgen, an seinen überzeugenden Strahlexperimenten, die protokollarisch festgelegt sind, sowie die zahlreiche Teilnahme an seinem Lehrkursus zeigten genügsam das rege Interesse, das auch hier diesen Lehren entgegengebracht worden ist. Durch ihren hohen, ethischen Gehalt und ihre praktische Bedeutung für jedermann, verdienten sie weiteste Verbreitung und Verfasser möchte daher durch inhaltliche Wiedergabe einiger hier von Herrn Huter gehaltener Reden auf ihn und seine wissenschaftlichen Forschungen hinweisen und zum Studium derselben anregen.
Dresden, den 15. März 1906
Der Verfasser.


Inhaltsverzeichnis.
Titel, Vorwort, Inhaltsverzeichnis
I. Herrn Carl Huters Vorträge in Dresden am 5. und 6. Februar 1906
II. Vortrag des Herrn Carl Huter über Heliodastrahlen den 17. Februar 1906 im Hotel Wettin zu Dresden gehalten
III. Protokoll
IV. Berichterstattung und Presse
V. Anhang. Ergebnisse und Schlußbetrachtungen
Illustrationstafeln.
I. Magnetische Energiegesetze, Strahlen und Kraftlinien.
II. Elektrische Energiegesetze und Strahlen im Gegensatz zu den magnetischen.
III. Die den Atomen, Molekülen und Körpern anhaftenden Energien mit den Energiezonen.
IV. Die der lebenden Zelle anhaftenden Energien.
V. Der anatomische Bau und die Struktur der Zelle nach dem heutigen Stand der Wissenschaft.
VI. Beweisführung, daß das Leben nicht an chemische und mechanische Kräfte gebunden ist, sondern daß das Leben in der von Carl Huter entdeckten Lebenskraft «Helioda», eine ätherische Empfindungsenergie, wurzelt.
VII. Zellteilungs-, Form- und Lebenslehre.
VIII. Medioma, Od und Helioda, sowie die chemische Substanz (Schwere). Das Wesen des Magnetismus, der spezifischen und der strahlenden Wärme, der Elektrizität und die Polaritätsgesetze.
IX. Beweisführung über die physischen, physiologischen und psychischen Wirkungen der Helioda-Energie, ihre Gesetze und ihre Anwendungsmethode.
X. Die Gesetze der nah- und fernwirkenden Lebenspann- und Strahlkräfte, im Gruppenbild der Familie Huter dargestellt.


I. Herrn Carl Huter`s Vorträge in Dresden am 5. und 6. Februar 1906.

Herr Carl Huter wurde im Januar 1906 von verschiedenen Herren in Dresden wiederholt gebeten, nach Dresden zu kommen, um hier in einigen öffentlichen Vorträgen und im Anschluß daran durch Lehrabende seine neue Lehre der Psycho-Physiognomik und Kallisophie bekannt zu geben. Er kam diesem Wunsche nach und hat am Montag, den 5. und Dienstag, den 6. Februar im Saale des Ausstellungspalastes zu Dresden zwei öffentliche Experimentalvorträge gehalten. Der erste Vortrag behandelte die alte Physiognomik und Psychologie und, im Anschluß daran, die neue Hutersche Psycho-Physiognomik mit beweisführenden Charakterbeurteilungen an zahlreichen, dem Vortragenden völlig unbekannten Damen und Herren aus dem Zuhörerkreise. Diese Beurteilungen wurden durchgehends als zutreffend von den Beurteilten selbst oder deren Angehörigen bestätigt.

Eine Anzahl großer, schöner Originalphotographien einer berühmten Somnambulen dienten zur Erläuterung der Theorien, daß auch während der Hypnose in Gesichtszügen und Körperhaltung die jeweiligen Gedanken und Seelenstimmungen eines Menschen zum Ausdruck kommen. Der Vortrag war von über 400 Personen aus allen Gesellschaftskreisen besucht und fand gute Aufnahme.

Am zweiten Abend, Dienstag, den 6. Februar, sprach Huter über die Kräfte des Magnetismus und der Elektrizität, die er in den großen kosmischen Körpern ebenso, wie in den kleinsten Atomen und Molekülen der Materie überzeugend nachwies. Er folgerte, daß in dem lebenden Protoplasma magnetische und elektrische Kräfte nicht ausgeschlossen gedacht werden können, weil jedes Lebewesen aus einer Summe materieller Teile besteht, denen magnetische und elektrische Kräfte anhaften. Weiter suchte der Vortragende nachzuweisen, daß die vom Freiherrn Dr. med. et phil Reichenbach entdeckten Tatsachen des Ods eine reale Grundlage haben, jedoch sei diese Kraft von Reichenbach nicht hinreichend entdeckt und daher nicht genügend wissenschaftlich begründet und geklärt worden. Dadurch fehlte heute noch der Reichenbachschen Odlehre die allgemeine wissenschaftliche Anerkennung. Er, der Vortragende, habe durch Nachforschungen verschiedene Arten jener Kraft gefunden, auf die Reichenbach teilweise gestoßen sei; er nenne diese Kraft jedoch nicht Od, sondern Medioma.*)

Die Medioma sei eine Zwischensubstanz zwischen dem Äther und der chemischen Materie; sie sei die eigentliche Muttersubstanz aller wägbaren Elemente. Den Namen «Medioma» habe er darum gewählt, weil sich diese, von ihm nachgewiesene Materie vielfach ganz anders darstelle, als was Reichenbach in seinem vermeintlichen Od geschildert habe. Dieses erklärt sich insofern, als Reichenbach vielfach zu subjektiven, zu weit gehenden, oft widersprechenden Behauptungen gekommen sei, - Behauptungen, die garnicht mit den sonstigen Naturkräften und Tatsachen in Einklang zu bringen seien. Immerhin verdiene Reichenbach durch die Anregung, welche er gegeben habe, eine gewisse Anerkennung.

Bei diesen Od-, resp. den Mediomaforschungen, sei er, Huter, nun auf eine weitere, bisher unbekannte und unerklärte Strahlkraft gestoßen, die er Helioda nenne. Den Unterschied zwischen diesen vier Kräften des Magnetismus, der Elektrizität, des Ods und der Heliodastrahlen erklärt der Redner in folgender Weise: Die magnetischen Strahlen treten am Nord- oder Strahlpol des Magneten heraus und werden vom Süd- oder Saugpol in den magnetischen Körper wieder eingesogen. Daher wirkt die magnetische Kraft nur bis auf gewisse Entfernung im Umkreise des magnetischen Körpers. Man nennt diese gebogenen, magnetischen Strahlen magnetische Kraftlinien. Magnetische Strahlen können also nur in der Nähe eines magnetischen Körpers als Kraftlinien wirken, aber niemals auf weitere Entfernungen hinaustreten; die Entfernungen der gebogenen Kraftlinien magnetischer Strahlen stehen stets in einem gewissen Verhältnis zur Masse der Körpersubstanz, des magnetischen Körpers. Die magnetischen Strahlen oder Kraftlinien des menschlichen Körpers können nach Huters Beobachtungen niemals die doppelte Länge des Körpers oder der ausgestreckten Arme überschreiten; sie bleiben also durchweg nur auf einer Entfernung von 1 bis 11/2 Meter stärker, von höchstens 2 bis 3 Meter schwächer wirksam und kämen selten über dieses Maß hinaus, etwa bis 31/2 oder 4 Meter zur Wirksamkeit; z.B. habe er auf 5 Meter niemals magnetische Kraftwirkungen feststellen können, und sei er daher auf ein bis dahin unbekanntes magnetisches Strahlgesetz gestoßen, das den Magnetismus in seiner Wirksamkeit nur auf die Nähe des Körpers begrenze.

Ganz anders verhalte sich die Kraft der Elektrizität; diese könne bis in sehr weite Ferne wirken. Aber die elektrischen Strahlen zerstreuen sich, sie besitzen keine Konzentrationskraft in sich selbst. Wenn elektrische Strahlen gesammelt werden, wie dieses bei der Telegraphie ohne Draht vorgesehen ist.

Verschieden von diesen Kräften wirke die Medioma; sie kann nicht über den Halbmesser der magnetischen Kraftlinien hinaustreten; sie bleibt also am nächsten an die Umgebung des Körpers gebunden - beim Menschen zirka 1 bis 11/2 Meter. Die Medioma ist vorzugsweise im Innern des Körpers tätig wirksam; außerhalb desselben ist sie als ätherische Atmosphäre von nur 1/2 bis höchstens 11/2 Meter möglich zu denken.

Nun habe er durch Experimente festgestellt, daß außer diesen drei Kräften noch eine vierte, speziell psycho-physiologischer Natur existiere, eine Kraft, welche auf sehr weite Entfernungen, scheinbar auf unbegrenzte Fernen, wirken könne. Huter bezeichnet als typische Merkmale dieser Kraft

1. Die Lebensenergie in ihrer Betätigung, empfunden als Strahlung. Darum nennt er sie nicht nur Helioda-, sondern auch Lebenskraftstrahlen.
2. Da diese Strahlen ohne äußeren Sammelpol, also von ihrer Urquelle aus, sich konzentriert erhalten lassen und daher konzentriert auf weite Entfernungen wirken, so können es keine elektrischen Strahlen sein.
3. Mit dem Reichenbachschen Od sind sie nicht identisch, da dieses den Körper durchschnittlich in der Halbmesserferne der Körperbreite und -länge radial umgibt.
4. Magnetische Strahlen sind es nicht, weil diese nur in gebogenen Strahlen, Kraftlinien, auftreten, die nicht über die doppelte Körperlänge hinaus, also durchweg nur 31/2 Meter Körperentfernung erreichen - folglich sind es besondere Strahlen. *) 
5. Da sich durch diese Strahlkraft Gedanken übertragen lassen, so ist die Anteilnahme derselben an geistige Vorgänge erwiesen.
6. Da sie ferner in einem anderen Körper, selbst auf weite Entfernungen, physiologische Veränderungen bewirken können, so sind es auch gewebsreizende oder physiologische Strahlen.
7. Da mit dieser Heliodakraft auch chemische Veränderungen, besonders im lebenden Protoplasma, bewirkt werden, so stehen wir vor einer neuentdeckten, großartigen Naturkraft, deren Wesen bisher völlig unbekannt geblieben ist.
8. Huter glaubt in dieser Kraft das eigentlich schöpferische Lebens- und Entwicklungsprinzip gefunden zu haben, - aber jene Schöpfer- und Entwicklungskraft, die unvergänglich ist und die die Materie zu immerwährender, unerschöpflicher Formbildung anregt.
9. Diese Kraft, welche alle lebende Materie beseelt, kann auch die nicht organisierte, amorphe Materie zum Lebenserwachen bringen, vorausgesetzt, daß die erforderlichen ätherischen, chemischen und physischen Bedingungen dazu vorhanden sind.
10. Er nimmt an, daß diese Heliodastrahlen besonders in den Zentrosomen oder Zellkörperchen der lebenden Zellen ihren Quell- oder Angelpunkt haben.

Im Anschluß an diese theoretischen Ausführungen erbat sich der Redner verschiedene Herren und Damen aus dem Zuhörerkreise auf das Podium und wies aus deren Gesichtsformen nach, wie das Vorherrschen der einen oder anderen Kraft in einem Menschen zu erkennen sei, wie nur dadurch das Rätsel erklärt würde, daß sich gewisse Menschen sympathisch anziehen, andere sich gegenseitig - oft gegen ihren besten Willen - abstoßen, und wie die magnetisch starken Menschen die magnetisch schwachen und odischen leicht unter ihren Einfluß bringen können. Er vertrat schließlich die Ansicht, daß es auch Menschen gibt, die auf weitere Entfernungen auf andere ohne Suggestion wirken können. Die magnetischen Menschen sammeln und konzentrieren, die elektrischen zerstreuen, die odischen nehmen auf, die heliodischen wirken schöpferisch und fernwirkend. In der Helioda sammeln sich gewissermaßen alle Kräfte, wie in einem Brennpunkt; daher ist es die höchste Kraft; sie bildet den guten Gedanken und bildet mit diesem die Gesichts- und Körperform, den Ausdruck der Augen, die Mimik und Physiognomie des Gesichts, und bis zu einem gewissen Grade auch alle Körperformen. Sie ist daher das körperliche Verschönerungsprinzip, das Geistgestaltende in der äußeren Form.

Die betreffenden Versuchspersonen bestätigten aus ihren Erfahrungen, die sie an sich gemacht, die Angaben Huters.

Am Schluß bat der Vortragende die Personen, an denen er diese Lebenskräfte demonstriert hatte, das Podium zu verlassen und suchte nun einige, ihm geeignet erscheinende, jedoch gänzlich unbekannten Damen und Herren aus dem Publikum aus, um an ihnen nah- und fernwirkende Heliodastrahl-Experimente zu beweisen. Es stellte sich ihm ein Herr und zwei Damen zur Verfügung. Mit diesen Versuchspersonen experimentierte Herr Huter hintereinander in der Weise, daß sich dieselben auf einen Stuhl niederließen, er alsdann, ohne sie körperlich zu berühren, mit seinen ausgestreckten Händen einige Striche, vorn über dem Kopfe anfangend und bis zu den Füßen hinuntergleitend, machte, worauf er langsam, immer mehr von den Versuchspersonen sich entfernend, zurücktrat. Er bat die jeweilige Versuchsperson sich laut über das, was sie an oder in ihrem Körper wahrnahm, zu äußern. Die Versuchspersonen fühlten übereinstimmend eine Durchstrahlung ihres Körpers, Kribbeln, Ziehen u.s.w., so etwa, als ob ein leichter, elektrischer Strom durch ihren Körper dringe. Die eine Dame erklärte starke Kühle zu empfinden, die andere, erhöhtes Wohlempfinden, Steigerung des Denkens u.s.w.  Der Herr gab an, er habe sich vorher frostig gefühlt, jetzt durch diese stark merkliche Einstrahlung fühlte er hohe Wärmeentwicklung in allen Körperteilen bis zur beginnenden Fieberhitze.

Herr Huter war bei jedem Versuch ungefähr 5 Meter zurückgetreten und trotzdem hatten alle drei Personen noch die Einwirkungen stark verspürt. Sie erklärten dann öffentlich auf Ehrenwort, daß 1. Einbildung oder Suggestion bei ihnen hierbei völlig ausgeschlossen sei,     2. sie Herrn Huter unbekannt seien, 3. der Sache selbst kritisch gegenübergestanden hätten; 4. schrieben sie am Schluß, auf Ansuchen des Experimentators, ihre Namen und Adressen zu dem Zweck nieder, daß sich etwa interessierende Ärzte, Physiker oder Physiologen selbst nachher bei diesen Versuchspersonen erkundigen konnten.

Dieser zweite Experimentalvortrag machte einen tiefen Eindruck auf das Publikum und wurde ebenso wie der erste mit großer Wärme aufgenommen. Infolgedessen nahmen auch an dem anschließenden, fünfabendlichen Lehrkursus zur Einführung in seine Lehre der Psycho-Physiognomik - von Herrn Huter im kleinen Saale des gleichen Etablissement vom 8. bis 14. Februar abgehalten - ungefähr 50 Personen beiderlei Geschlechts teil.

Diese Lehre entwickelt harmonisch und in klarer leichtfaßlicher Weise die Beziehungen der äußeren Körperformen zu den inneren Organen, sowie den seelischen Anlagen und geistigen Fähigkeiten und sie erwarb sich zahlreiche Freunde, die zu ihrer Pflege eine Vereinigung in Dresden bildeten und sich dem schon bestehenden Bunde Huterscher Schüler anschlossen.


II. Vortrag des Herrn Carl Huter über Heliodastrahlen, den 17. Februar im Hotel Wettin zu Dresden gehalten.

Am 13. Februar folgte Herr Huter einer Einladung seines Schülers, des Herrn M. Sch., seinem Vortrage über Magnetismus in einem Dresdner Vereine beizuwohnen. Der Gegenredner, ein Hypnotiseur, dem die Huterschen Experimente und Lehren unbekannt zu sein schienen oder von dem sie, wenn er davon erfahren, fraglos nicht verstanden waren, bestritt das Vorhandensein von Magnetismus, Od, Helioda und fernwirkenden Kräfte und suchte alles auf Suggestion zurückzuführen. Herr Huter, der dieser Auffassung entgegentrat, wurde dadurch angeregt, um dem Einwand von gegnerischer Seite, als fehle seinen Ausführungen die wissenschaftliche Unterlage, jeden Schein der Berechtigung zu nehmen, nicht eher Dresden zu verlassen, als bis er durch weitere, absolut einwandfreie, experimentelle Beweise die tatsächliche Basis der Lehre von seinen, schon 1889 entdeckten Heliodastrahlen auch den Skeptikern gegenüber nachgewiesen hätte.

Dieser Experimentalvortrag wurde im Hotel Wettin gehalten und vereinigte, obwohl die Einladung dazu erst kurz vorher ergangen war, etwa 30 Zuhörer, die mit gespannter Aufmerksamkeit den interessanten, überzeugenden Ausführungen des Redners lauschten. Bevor er zum Experiment schritt, gab er folgende einführende Erläuterungen. Er habe sich für den heutigen Abend auf das Hellfühlen präpariert und diesen Sinn so entwickelt, daß er beispielsweise die große Säule hinter sich, auch in einiger Entfernung, in ihren Umrissen und ihrer Masse deutlich fühle. Da die gesamten Ausstrahlungen der Anwesenden auf ihn einwirkten, wurde die rechtwinklige Anordnung der Tische im Laufe des Vortrages in der Weise geändert, daß die Tische in einer fortlaufenden Reihe quer durch den Saal gestellt wurden und der Redner seinen Platz am teilweise geöffneten Fenster einnahm, um etwas ferner von der ihm beengenden Umgebung zu sein. Er führte dann weiter aus: Der Hellsinn würde heute noch von wissenschaftlicher Seite geleugnet, und mancher sich berufen fühlender Kritiker erkläre ihn kurzer Hand für nicht vorhanden und erkenne außer den, wie üblich angenommenen, fünf Sinnen nichts an. Man stelle sich aber einmal jemand vor, dem ein Sinn von den bekannten fehle, z.B. einen Blindgeborenen. Wie würde es uns anmuten, wenn er die farbenprächtigen Schilderungen eines Sehenden als Blödsinn bezeichnen wollte! Und doch sei das nichts anderes, als wenn jemand die feiner entwickelten Sinne eines anderen einfach deshalb leugnen wollte, weil er sie im selben Maße nicht besitze.

Wir leben im Beginn des psychologischen Zeitalters! Die Körperformen seien zur Höhe ihrer Entwicklung gelangt, während Umfang und Masse des Gehirns sich noch beständig auszubilden vermöchten. Die Gehirnentwicklung, die bei dem normalen Menschen bis zu dem fünfzigsten Lebensjahre und in einzelnen Fällen weit darüber hinaus möglich sei, führt zur Bildung des Zukunftsmenschen, des Großhirnmenschen, dessen Sinne und Empfinden weit über das jetzige Normale hinaus höher und feiner reagieren müssen. Vereinzelte derartige Menschen, die der Mitwelt um hundert und tausende von Jahren vorauseilten, hätte es stets gegeben und gäbe es auch heute. Er erinnere z.B. in Betreff des Gehörsinns an Bach, Mozart, Beethoven, Schubert u.s.w. Solche Menschen hörten aus allen Geräuschen, z.B. dem Wellengeplätscher des Baches, dem Rauschen des Waldes, dem Brausen der Meeresbrandung, dem Sausen des Orkanes, bestimmte Töne heraus und seien befähigt, dieselben, harmonisch miteinander vereinigt, zu einem Tongemälde auszugestalten. Jedes Geräusch vermögen sie in Musik umzusetzen; ja, einzelne gäbe es, die noch hören, wo andere nichts mehr wahrzunehmen vermöchten. Bei einem rein abgestimmten, vollen Glockenton vermöchten die wenigsten den Ton, ob etwa c oder d, zu bestimmen, und doch sei einem Menschen mit feinem Gehör dies ebenso leicht, wie einem anderen das Lesen der Buchstaben.

Die heutige wissenschaftliche Physiologie irre, so lange, als sie alle Vorgänge, ausschließlich auf mechanischen Schwingungen eventuell mit chemischen Umwandlungen zurückführe, das Empfinden aber nicht als Urenergie annehme. Denn alle äußeren und inneren Sinne wurzeln im Empfinden, dem geistigen Grundsinn im Weltall.

Wenn auch in der amorphen Materie diese Empfindungsvorgänge heute noch unserer sinnlichen Erkenntnis verschlossen zu sein scheinen, so müsse man trotzdem, und zwar angesichts der Tatsache, daß alles lebende Gewebe, jeder beseelte Organismus, aus der anorganischen Materie entstanden sei, dieses schon das Urelement alles Entwickelns und geistigen Erwachens, nämlich Empfinden, zuschreiben. Was uns hier die sinnliche Erkenntnis versage, sei auf dem reinen Denkwege garnicht schwer zu finden.

Der Irrtum, das Empfinden als selbständige Energie zu leugnen, sei entstanden durch die einseitige, rein sinnlich aufnehmende Forschungsmethode ohne hinreichende Kontrolle und Mitarbeit der rein denklichen, höheren Vergleichungs-, Schlußfolgerungs- und Urteilskraft. Nach seiner Überzeugung seien die durch ihre eigenartige Fähigkeit verschiedenen Sinnesorgane verschiedene Apparate, die durch ihre besondere Bauart verschieden funktionieren, um bestimmte Reize oder Naturvorgänge unserem inneren Bewußtsein zu vermitteln. Dieses sogenannte innere Bewußtsein ist aber ursprünglich eine unbewußte, gewissermaßen eine schlafende Grundkraft, welche erst vornehmlich durch die Funktionen der Sinnesorgane von außen einwirkende Reize zum geistigen Erwachen führe. Somit ist der rein mechanische Vorgang der Sinnestätigkeit als der physiologische Teil, von dem rein psychischen getrennt zu halten. Aber dieser mechanische Vorgang selbst berge in sich auch schon die Anklangsreizempfindlichkeit, die für Licht, Schall, Wärme u.s.w. in den Geweben der äußeren Sinnesorgane schon vorhanden sein müssen.

Der rein psychische Teil, das innere Bewußtsein, wohin alle Sinnesreize übermittelt werden, sei, wenn auch ursprünglich unbewußt, doch eine gegebene Urenergie, die man als innere Grundkraft des Geistes betrachten müsse und die in ihrem Wesen als eine einheitlich abgeschlossene Kraft oder Wesenheit zu betrachten sei, in der alle Empfindungsfähigkeit und alle Empfindungsreize ihren konzentrischen Angel- und Sammelpunkt haben. Somit sei das Unbewußte, das zum Bewußtsein durch mechanische Sinnesvorgänge erwache, eine Empfindungsenergie oder der geistige Grundsinn aller verschiedenen Sinnes-, Empfindungs- und Bewußtseinsvorgänge, ein Grundsinn, der allerdings an sich bei jedem Individuum einen besonderen individuellen Charakter trage.

Zur näheren Verständigung zeichnete Redner mit Kreide eine Figur auf eine große schwarze Tafel und erläuterte daran folgendes: Obige Zeichnung veranschauliche, wie aus dem Empfinden heraus sich die anderen Sinne entwickeln. Man müsse nun annehmen, daß in dem menschlichen Empfinden noch Sinne schlummern, die nur geweckt und geübt zu werden brauchten, um zum Bewußtsein zu kommen. Der obige Halbkreis bedeute die Bewußtseinsschwelle. So lange die unterhalb der Schwelle sich abspielenden Vorgänge den Kreis nicht erreichen, bleiben sie magischer Natur, und erst, wenn sie den Bogen überschritten, würden sie bewußt. Jeder einzelne Sinn könne wieder verschiedene Zweige entsenden. Vergegenwärtigen wir uns den Gehörsinn! Auf unterster Stufe stehe im Wahrnehmungsvermögen das Geräusch; sodann folge der musikalische, weiter der rythmische Ton. Es zweige sich daher aus dem einfachen Gehörsinn ab: a das Geräusch, b der Tonsinn, c der Zeitsinn. Ohne die beiden letzteren z.B. sei keine musikalische Komposition möglich. Man dürfe wohl annehmen, daß die Urmenschen zuerst nur den Geräuschhörsinn hatten und infolgedessen nur Geräusche kannten. Ein Aufsehen erregendes Ereignis von gewaltiger Tragweite war es, als ein Mensch statt des einfachen Geräusches differenzierte Töne wahrzunehmen glaubte, als der Ton als solcher zum ersten Male über die Bewußtseinsschwelle eines einzelnen Individuums getreten war. Von der Menge zuerst angestaunt oder verlacht, sammelte sich erst allmählich eine kleine Schar, die durch Übung, Willenskraft und Liebe zur Sache zu einer ähnlichen Sinnesentwicklung gelangte und den nach und nach erworbenen Sinn, den anderen begreiflich zu machen suchte.

So ist die artikulierte Sprache und im weiteren Gesang und Musik entstanden. Diese Höhersinnmenschen seien stets die Träger aller geistigen Fortschritte, die Begründer und Entwickler neuer Bahnen gewesen. So ging und so geht auch heute noch die geistige Entwicklung langsam aufsteigend vor sich. Immer sind es nur einzelne, besonders von der Natur Begabte, die voranschreiten. Die Massen haben aber meistens die neu erkannten Wahrheiten zunächst nicht anerkennen wollen, weil sie sie selbst nachzuempfinden unfähig gewesen seien. Daher seien manche Forscher oft zeitlebens einen Märtyrerweg voll Undank und Verkennung gegangen; und erst dann trete ein Umschlag ein, wenn die neue Wahrheit mehr und mehr erkannt werden könnte, d.h. wenn oft lange nach dem Tode eines höheren Sinnesmenschen viele andere sich soweit nachentwickelt hätten, um den Bahnbrecher zu verstehen.

Die Empfindungsenergie sei die bedeutendste Kraft im geistigen Leben und daher der Empfindungssinn, der Ursinn jedes Lebewesens. Die Erfahrung habe gelehrt, daß, wenn alle Sinne geschwunden, der Gefühlssinn der letzte sei, der das Leben erhalte, der Gefühlssinn somit selbst ohne alle anderen Sinne für sich allein denkbar sei - schwinde auch dieser, so höre das Leben auf. Alles auf Suggestion zurückzuführen, wie manche sich einbilden, sei nicht angängig. Denn zum Begriff der Suggestion gehöre einmal ein Wille als geistiger Urheber, der in der Autosuggestion der eigene sei, sodann zweitens die sinnliche oder empfindende Aufnahmefähigkeit bei einem anderen, wodurch das Suggerierte erst die Bewußtseinsschwelle des anderen überschreiten könne. Der Wille sowohl als auch die Aufnahmefähigkeit wurzeln im Empfinden. In jeder Zelle ist Empfinden, demnach auch in allen Körperteilen - selbst in den Haaren, in den Nägeln sei eine gewisse Empfindungsfähigkeit.

Die Künstler trügen aus Instinkt einen kräftigen Haarwuchs, wodurch eine Harmonie und Rundung in ihrem Wesen zum Ausdruck käme. In der Rokokozeit, mit der langen Haartracht, herrschte darum auch ein edles Benehmen und verbindliche feine Formen. Man handelt deshalb klug, seine Haare lang zu tragen, was allerdings auch eine besondere Haarpflege erfordere. Dadurch neige man zu einer geistig harmonischen Entwicklung, während sonst leicht Härten und schroffe, eckige Seiten im Charakter entstehen könnten. Das weiche wie das harte, struppige Haar drücken Charaktereigenschaften aus und am harmonischsten erwiesen sich Menschen mit langem, schön leichtgewellten, natürlichen Haarformen. Bei dem weiblichen Geschlecht sei langes Haar noch weit nötiger als bei dem männlichen; fast alle Frauen mit kurzem Haar verbrauchten ihre Lebenskraft bei Operationen wie auch beim Gebären weit schneller, und die Sterblichkeit sei unter ihnen infolgedessen ungewöhnlich hoch; eine Ausnahme machten nur gewisse Rassen.

Die größte Entdeckung des 19. Jahrhunderts (Hinzugefügt)

Er komme jetzt zu den rätselhaften Wirkungen der Heliodakraft, wobei man drei Vorgänge unterscheiden müsse. Einmal besitze jeder Mensch in sich eine Lebensstrahlkraft, die durch Übung einer Steigerung fähig sei, so daß sie auch auf andere Menschen fühlbar übertragen werden könne. Zweitens entstehe durch das Ausstrahlen der Lebensstrahlkraft eine Unterbilanz, die ein feines Empfinden erwecke, das bis zum Hellfühlen sich steigern ließe. Man müsse sich dies so vorstellen: In jeder Zelle sei außer dem Zellkern ein Strahlungsmittelpunkt, der, innerhalb der Zelle wirkend, als „Zentrosoma“ bei der Zellteilung von ersten Forschern anerkannt ist, deren Bedeutung für den psycho-physiologischen und bildenden Lebensprozeß von ihm, Huter, entdeckt und festgestellt sei. Die Kraft, die von diesem Strahlungsmittelpunkt der Zelle ausgehe, nenne er „Helioda“. Um die Erforschung der Zentrosomen haben sich besonders Professor Dr. med. Oskar Hertwig, Professor Dr. phil. Boveri und einige andere Forscher hervorragende Verdienste erworben. Während viele Histologen noch vor einigen Jahren eine Strahlkraft der Zelle leugneten, nahm der vor einigen Jahren verstorbene Physiologe Heidenheim in Breslau bereits eine solche, bis zur Peripherie der Zelle wirkend, für möglich an. Doch gehe er, Huter, noch weiter mit der Annahme, daß die Strahlen ihre Kraft steigernd, selbst über die Zelle hinaus, ja, von Zelle zu Zelle sich verstärkend, über den Gesamtkörper hinausgehen und wirken können. Dadurch entstehe jener Zustand, welcher aufnahmefähiger mache für alle Einwirkungen von außen, wie für Wärme, Licht u.s.w., kurz, eine intensive Feinfühligkeit, ein Hellfühlen bewirke. Je mehr Lebensstrahlkraft heraustrete, desto empfänglicher, hellfühlender werde der Mensch.

Da nun das Leben nach Carl Huter an die Zentrosomen oder Heliodakraft der Zellen gebunden ist, so neigt der Körper, welcher an Lebenskraft geschwächt ist, besonders bei Krankheit dahin, die Strahlkraft von anderen, normal gesunden Körpern in sich aufzusaugen, wodurch der Heilprozeß außerordentlich günstig angeregt wird. Bei normalen Strahlvorgängen der Zellen verteilen sich die Strahlenergien der Zentrosomen über die ganzen Zellmassen. Wenn man die Strahlen auf innere, bestimmte Organe konzentriert hindränge, könne diese Heliodakraft auch schöpferisch wirken, wie die suggestiven und hypnotischen Experimente zeigten. Jede Suggestion kann sich erst realisieren durch die Einwirkung der Heliodakraft. Bei der Hypnose werde in den Zellen die Strahlkraft der Zentrosomen in demselben Verhältnis herabgesetzt und zurückgedrängt, wie die magnetisch-chemischen Kräfte zunehmen, deren Wirken in dem Zellkern bis zur Starre der Zellen, der Organe, des ganzen Menschen führen könne, d.h. zum magnetischen Schlaf. In diesem Zustand könnten Menschen selbst für lange Zeit verharren, indem die Stoffwechselprodukte magnetisch gebannt sind und nur die Lunge die Luft einnahm, bis sie wieder ins Leben zurückgerufen werden. Aber noch weit mehr als durch Suggestion und Hypnose und bei vollständigem Ausschluß desselben, könne man auf Menschen durch Heliodakraft, selbst in großer Entfernung und durch Türen und Wände hindurch einwirken, wie er in nachfolgenden Experimenten zeigen werde. Ja, selbst anorganische Substanz könne man unter gewissen Umständen mittels der Heliodakraft auf kurze Zeit beseelen; dadurch ließen sich viele spiritistische Vorgänge denken, für die die Theosophie und der Spiritismus bisher keine richtige Erklärung gegeben hätten. Worauf beruht denn ein spiristischer Vorgang, wie das Sichselbsterheben eines Stuhls! In jeder Substanz sei schlummerndes Leben, das voller erweckt werden kann durch einwirkende Lebenskräfte - freilich auch geistige Kräfte könnten mit hineinspielen. Er wolle als Kronzeugen hierfür nur drei bedeutende Gelehrte anführen: den großen Nervenarzt und Kriminalanthropologen Lombroso in Turin, den weltberühmten Physiker Crooks in London und den ersten französischen Physiologen Richet in Paris. Crooks z.B. habe über zweitausend Vorgänge wissenschaftlich untersucht. Die Phänomene des Schreibens und Tischrückens seien häufig durch die Wirkung der eigenen Lebenskraft zu erklären; er nenne dies das Mediomasieren oder Odisieren der Substanz. Diese Gabe haben manche Medien oder heilige und wundertätige Menschen im hohen Maße besessen.

Daß auf diese Lebenskräfte des Menschen und die schlummernden Energien der Materie tatsächlich auch uns unbekannte geistige Kräfte einwirken könnten, sei wiederholt beobachtet. Jeder Vorgang in der Natur prägt sich der Materie ein, jeder Gedanke setzt sich in Äthererscheinungen um und diese dringen in die Materie ein, aus der sie auch wieder ausstrahlen könnten und von einem Hellfühlenden als sogenannte geistig-magische Spiegelungen wahrgenommen würden.

Der übertragene Gedanke oder der Empfindungseffekt spiegelt sich im proportionalen Verhältnis seiner Intensität wieder. Diese Spiegelungen übertragen längst geschehene Dinge, so daß beispielsweise noch nach hundert Jahren ein schmerzhafter Vorgang, z.B. ein Verbrechen, eine schwere Beleidigung, eine Verwundung, eine Enthauptung von den Gegenständen oder von dem Tatort ausstrahlt und vom Hellfühlenden empfunden werden kann. Anders sei es bei den telepathischen Vorgängen, bei denen durch eine plötzlich wirkende Kraftursache sofort eine Fernwirkung erzielt wird. Man müsse demnach folgende Kräfte annehmen:

1. Die Lebensquellkraft. 2. Die telepathische oder Strahlkraft. 3. Die sensible Empfindungskraft oder das Hellfühlen.

Das letztere habe er besonders in den Jahren 1898 bis 1903 geübt und sich darin so ausgebildet, daß er in verschlossenen Kästen feste Gegenstände zu fühlen und zu unterscheiden vermochte, z.B. Natron von Eisen, Kupfer von Blei, Schwerspat von Kreide und Granit u.s.w. Da diese Hellfühlexperimente seine Gesundheit zu sehr mitgenommen, habe er seitdem mehr mit der ausstrahlenden Lebenskraft experimentiert.

Diese habe sich bei ihm in den letzten Jahren so stark entwickelt, daß auch Skeptiker, mit denen er experimentierte, sie ohne Ausnahme hätten wahrnehmen können. Nach diesen Ausführungen ging Herr Huter zu dem experimentellen Teil seines Vortrages über.


III. Protokoll über die Heliodastrahl- und andere fernwirkende Experimente des Herrn Carl Huter aus Detmold
am Sonnabend Abend, den 17. Februar 1906, im Hotel Wettin in Dresden.

Herr Carl Huter hat durch diesen Experimentalvortrag den Beweis seiner entdeckten Heliodastrahlen und den Beweis fernwirkender Lebens-, Geistes-, Willens- und Gedankenkräfte mit vollständigem Ausschluß von Suggestion und Hypnose erbracht. Es sollen hier zuerst die Anregungen und Umstände dargelegt werden.

Am Sonnabend Abend, den 17. Februar, gegen 9 1/2 Uhr, hielt Herr Huter im Saale des Hotels Wettin zuerst einen einstündigen, theoretischen Vortrag, worin er die Möglichkeit einer Steigerung und breiteren Entfaltung der fünf äußeren Sinne: Gesicht, Gehör, Geruch, Geschmack, Gefühl nachwies und alle Sinnestätigkeit auf einen Grundsinn, das Empfindungsvermögen, zurückführte. Er wies ferner nach, daß mit dem Ursinn, dem Empfindungsvermögen, unmittelbar, also ohne Mithilfe der äußeren Sinnesorgane, rätselhafte Sinneswahrnehmungen möglich seien, und zwar subjektiv, d.h., es können durch suggerierte Ideen Gesichts- und Gehörsvorstellungen bewirkt werden durch Hypnose. Dieses sind subjektive Sinneswahrnehmungen, denen jede reale Wirklichkeit fehlen kann. Es können aber auch rein objektive Wahrnehmungen von realen Vorgängen ohne Mitwirkung der äußeren Sinne empfunden werden. Dieses kommt z.B. bei Ahnungen, Hell- und Fernfühlen und Hellsehen vor.

So, wie nun einesteils die Sinnestätigkeit gesteigert werden kann, so kann auch andernteils die Lebenskraft, der Gedanke, der Wille, ja das Gefühl selbst zu einer lebhaft nach außen wirkenden Kraft entwickelt werden. Solche konzentrierte, geistige Kräfte lassen sich dann mittels Heliodastrahlen auf kürzere oder weitere Entfernung, auf andere Personen und Lebewesen übertragen. Diese überzeugenden Ausführungen erläuterte Herr Huter durch interessante Aufzeichnungen an einer großen Tafel.

Hierauf ließ der Vortragende eine Pause von zirka 10 Minuten eintreten, und bat die Anwesenden, sie möchten frei aus ihrem Kreise heraus eine Vertrauenskommission zur Überwachung der nachfolgenden Experimente wählen. Es wurden darauf folgende Personen gewählt:*) 
1. Herr Dr. phil G. Br., Dresden-A., Nürnbergerstr. 48III.
2. Herr Generalvertreter J. H., Dresden-A.
3. Herr Kaufmann O. Sch., Dresden-A.
4. Herr Architekt A. W., Dresden-A.
5. Herr F. H., Dresden-A.
6. Frau Dr. M. B., Gesanglehrerin und Konzertsängerin, Dresden-A.
7. Fräulein Ch. H., Dresden-A.
8. Fräulein A. L., Musiklehrerin, Dresden-A.
9. Fräulein., Dresden-N.
10. Frau F. H., Dresden-N.

Die Wahl wurde von den fünf Herren und fünf Damen angenommen. Diese Zehnerkommission wählte aus dem anwesenden Zuhörerkreise die Versuchspersonen heraus, an denen Herr Huter seine Experimente ausführen möchte. Es wurden gewählt:
1. Frau Sch., Dresden-A.
2. Herr A. E., Dresden-A.
3. Fräulein Sch. und
4. Herr K. in Dresden.

Die gewählten Versuchspersonen erklärten sich bereit, sich zu Herrn Huters Experimenten zur Verfügung zu stellen. Als Protokollführerin wurde einstimmig von der Kontrollkommission sowie von den Versammelten Fräulein Frida Eichler, Dresden-A., Weinligstr. 6III, gewählt. Dieselbe nahm das Amt an. Die Kontrollkommission setzte sich hierauf separiert an einen großen Tisch, in dessen Nähe ungefähr 11/2 Meter entfernt, ein Stuhl hingestellt wurde, auf den die Versuchspersonen bei den Experimenten nacheinander sich niederzusetzen hatten.

Zuerst wurde Frau Sch. gebeten, sich auf den Stuhl niederzulassen. Alle übrigen Anwesenden mußten zurücktreten, so daß die Versuchsperson und Herr Huter ganz genau beobachtet werden konnten. Es wurde um größte Aufmerksamkeit und Stille gebeten. Auf Ansuchen des Herrn Huter wurden Frau Sch. von ihrem Ehegatten, Herrn O. Sch., welcher mit in die Kontrollkommission gewählt worden war, die Augen verbunden, derart, daß sie absolut nichts sehen konnte von dem, was um sie her vorging.*) 

Herr Huter schrieb nun am Tische der Vertrauenskommission stillschweigend folgende Sätze auf ein Blatt Papier:
1. Ich werde die Atmung herabsetzen,
2. Die Atmung steigern über die normale Tätigkeit der Lunge hinaus.
3. Ich werde Müdigkeit und Druck im Oberkopf hervorrufen.

Dieser Zettel wurde stillschweigend an dem Tisch der Vertrauenskommission herumgereicht, so daß jede der zehn Kontrollpersonen den Inhalt stillschweigend kennen lernte und dieses mit leisem Kopfnicken kundgab. Es soll hier nochmals ausdrücklich betont werden, daß außer Herrn Huter und diesen zehn Kontrollpersonen niemand weiter von dem Inhalt des Zettels etwas erfahren konnte und erfahren hat; denn der Zettel wurde in ein Couvert getan, dieses dann zugeklebt und auf den Tisch der Vertrauenskommission gelegt.

Jetzt begann Herr Huter mit seinem Experimenten. Die drei kritischen Beobachter aus der Vertrauenskommission stellten sich in unmittelbarer Nähe der Versuchsdame auf.

Herr Huter machte nun mit ausgestreckten Händen, ohne die Dame irgendwie zu berühren, verschiedene kreisende Bewegungen und Luftstreichungen sehr ruhig und langsam, so daß die Dame nicht wahrnehmen konnte, in welcher Richtung Herr Huter seine Handbewegungen machte.

Frau Sch. wurde darauf gebeten, sie möge laut erklären, ob und was sie fühle und bei sich wahrnehme.

Die Erklärungen der Frau Sch. lauteten:
1. Ich verspüre deutlich ein Kältegefühl in den Handflächen.
2. Ich fühle ein leises Zucken in beiden Unterarmen, jedoch in dem linken Unterarm stärker als in dem rechten.
3. Jetzt wird aus dem Zucken ein leises Stechen, besonders tritt es in den Fingerspitzen am stärksten auf.

Diese Äußerungen tat Frau Sch., während Herr Huter in einer Entfernung von 3 bis 5 Meter seine Hände mit ausgestreckten Fingern, in gerader Richtung nach den Unterarmen und Händen der Frau Sch. zu hielt. Frau Sch. hatte beide Hände offen gestreckt auf ihre Knie gelegt, nachdem ihr die Augen verbunden waren. Jetzt beobachteten die Kontrollpersonen ein starkes Zurückgehen der Atmung, so daß sich der Brustkorb kaum noch sichtbar bewegte. Die kritische Kommission bestätigte jetzt das Gelingen des ersten Experimentes. Eine suggestive Frage war von keiner Seite gemacht worden. Hierauf wirkte Herr Huter stillschweigend mit Gedankenkraft und Handbewegung auf die Atmungssteigerung.

Es wurde hierbei nicht im geringsten irgendwie der Körper der Dame berührt. Jetzt trat eine auffallende, kräftige Tiefatmung mit starken Brustkorbbewegungen auf.

Die Kontrollperson erklärten jetzt, daß auch das zweite Experiment gelungen sei. Hierauf hielt Herr Huter in einiger Entfernung, rückseitlich der Dame, seine beiden Hände über ihren Kopf. Frau Sch. erklärte sofort, daß sie ein Knistern im Haar empfinde, als ob ihr das Haar elektrisch würde, so ähnlich, wie es sich einstelle, wenn sie sich mit einem Gummikamm kämme.

Dann erklärte sie, daß sie eine nicht unangenehme Schwere in den Gliedern und in dem Kopfe verspüre; diese Schwere steigere sich jetzt besonders in dem Oberkopf, als wenn sich etwas Festes in dem Oberkopf ausbreite.

Je nach dem nun Herr Huter seine Hände vom Hinterkopf zum Vorderkopf ganz geschickt und leise hinhielt, so daß die Versuchsperson absolut nichts davon wahrnehmen konnte, erklärte sie unmittelbar darauf, daß die Schwere von dem Ober- in den Hinter-, von dem Hinter- in den Vorderkopf zöge. Die Kontrollkommission erklärte auch das dritte Experiment als vorzüglich gelungen. Jetzt wurde Frau Sch. das Tuch von den Augen weggenommen und sie erklärte, sie fühle sich wohl.

Sie habe aber absichtlich, als das Gefühl der Atmungsschwäche über sie gekommen sei, stark dagegen gekämpft, ebenfalls habe sie die Aufregung, welche sich bei ihr einstellte und wodurch sie hätte lebhaft atmen müssen, zu unterdrücken versucht. Es wäre ihr aber trotzdem nicht ganz gelungen, diesen Einwirkungen zu widerstehen; und sie könne nicht begreifen, daß ein erwachsener Mensch, selbst wenn er mit seinen Willen dagegen kämpft, unter solchem unüberwindlichen Einfluß kommen könne, noch dazu, wenn er garnicht wüßte, um was es sich handele.

Am Schlusse wurde das Couvert geöffnet und der Zettel verlesen, auf dem Herr Huter seine drei gewollten Wirkungen auf den Körper der Dame aufgeschrieben hatte, dieses rief einen tiefen Eindruck hervor.

Zum nächsten Experiment ließ sich Herr M. AmE. auf den Stuhl nieder und zwar auch wieder mit dem Rücken abgekehrt von dem Tische der Vertrauenskommission, in gleicher Weise wie die vorhergehende Versuchsdame.

Herr Huter schrieb jetzt auf ein Blatt Papier am Tische der Vertrauenskommission stillschweigend folgende Sätze nieder:
1. Ich werde Schwere und Müdigkeit in den Armen hervorrufen.
2. Ich werde die Phantasie zu Vorstellungsbildern anregen und in die Alpenwelt versetzen.
3. Ich werde Kopfbewegungen hervorrufen.

Dieser Zettel wurde im geschlossenen Couvert auf den Tisch der Vertrauenskommission gelegt. Diesem Versuchsherrn wurden die Augen nicht verbunden, da Herr Huter vom verschlossenen Nebenzimmer aus, durch die Wand hindurch, auf ihn einwirken wollte.

Herr Huter bat jetzt Frau Dr. B. und Herrn Generalvertreter H., ihn als einwandfreie Zeugen in das Nebenzimmer zu begleiten. Dieses geschah bereitwilligst und der Experimentator wirkte nun auf den Versuchsherrn ein. Niemand wußte, außer der Vertrauenskommission und Herrn Huter, um was es sich handele. Herr AmE. erklärte, daß er sich von einer anstrengenden Tagesfußtour stark ermüdet fühle und in seinem Empfindungswahrnehmen etwas abgestumpft sei. Trotzdem verspüre er nach längerer Einwirkung des Herrn Huter Herzklopfen und beschleunigten Puls. Als Herr Huter aus dem Nebenzimmer in den Saal kam, erklärte er, daß er noch ein Nebenexperiment gemacht habe, das er nicht auf dem Zettel verzeichnet hätte, nämlich, er habe auf das Herz eingewirkt, was Herr AmE. soeben bestätigt hatte. Als Herr Huter Herrn AmE. näher trat, verstärkten sich bei letzterem die Herzbeschwerden; sie hörten auf, sobald Herr Huter in Gedanken diese Herzexperimente einstellte.

Herr Huter geht wiederholt aus dem Zimmer. Herr AmE. erklärt, Kälte in den Fingern, sonst Wärme im ganzen Körper zu empfinden.

Als Herr Huter jetzt wieder ins Zimmer trat, bat er den Versuchsherrn, sich vom Stuhl zu erheben und zu sagen, was er weiter fühle. Herr AmE. erklärte nun, in beiden Unterarmen verspüre er ein lebhaftes Elektrisieren und im Rücken, von einem Punkte zwischen den Schulterblättern ausgehend, ein leichtwarmes Gefühl. Die linke Schulter und der linke Arm würde ihm jetzt müde und schwer. Als einer der Herren von der Kontrollkommission den linken Arm von Herrn AmE. aufhob und ihn fallen ließ, sah jeder der Anwesenden in dem Arm große Schwäche und Kraftlosigkeit. Als die Kontrollkommission die Körperhaltung des Herrn AmE. von der Rückenseite beobachtete, sahen sie alle, daß in beiden Schultern und Armen sich eine auffallende Schwere und Müdigkeit eingestellt hatte, was die auffallend hängenden Schultern und Arme verrieten.

Zum Beweis, daß keiner der anderen Anwesenden solche Schulter- und Armschwäche hatte, bat Herr Huter mehrere Herren, sich neben Herrn AmE. zu stellen; man sah nun an diesen die normale, kraftvolle Schulterspannung und Armhaltung als auffallenden Unterschied von der Haltung der Versuchsperson. Herr AmE. erklärte, daß ihm beide Arme, Schultern und Hände außerordentlich müde, schwer und schlaff seien.

Das Experiment wurde von der Kontrollkommission als glänzend gelungen bezeichnet. Herr Huter machte jetzt einige Striche über die Schultern, Arme und Hände des Herrn AmE., worauf sofort eine kraftvolle Körperhaltung und Schulter- und Armkraft auftrat, was Herr AmE. bestätigte.

Hierauf begann Herr Huter mit Herrn AmE. das zweite Experiment. Letzterer ließ sich auf den Stuhl wieder nieder. Herr Huter ging ins Nebenzimmer, kam dann wieder in den Saal und Herr AmE. erklärte darauf folgendes:
1. Ich empfinde einen starken Lachreiz.
2. Ich fühle einen leichten Druck in der linken oberen Stirnregion.
3. Ich fühle in der unteren mittleren Stirn ebenfalls einen Druck, der sich bis zur Mitte beider Augenbrauen hinziehe.

Herr Huter erklärte jetzt, daß sein zweites Experiment rein physiologisch schon gelungen sei, da bei dem, was er bewirken wolle, die beiden Organe im Gehirn, die dabei in Funktion treten müssen, in Anregung gekommen seien. Er sei nun gespannt, ob auch sein Gedanke in das Bewußtsein der Versuchsperson übergehen würde, er bezweifle das, da diese verschiedentlich durch Zwischengeräusche soeben abgelenkt sei.

Herr AmE. erklärte, er fühlte ein krampfhaftes Zusammenziehen der Stirnhaut, das Ziehen würde druckartig, es stellte sich in seiner Phantasie das Bild der Sixtinischen Madonna ein; weiter sehe er im Geiste eine schöne Naturlandschaft. Zur Vorstellung der Alpenwelt kam es nicht, so daß dieses Experiment nur teilweise, aber nicht als ganz gelungen bezeichnet wurde. Herr AmE. erklärte, daß sich die Entwicklung der Alpenlandschaft sehr wahrscheinlich realisiert hätte, wenn er nicht durch Zwischenfrage des Herrn H. in seiner Psyche gestört worden wäre. Dieses hat er auch nachträglich noch wiederholt betont. Das dritte Experiment gelang bei diesem Herrn auffallend schnell, denn sobald sich Herr AmE. wieder auf den Stuhl niedergelassen hatte, trat Herr Huter hinter ihn, und die Versuchsperson bewegte von rechts nach links den Kopf mehrfach hin und her. Die Kontrollkommission erklärte das dritte Experiment an diesem Herrn als vollständig gelungen. Hierauf wurde das Couvert geöffnet und der Inhalt des Zettels laut vorgelesen. Die Zeit war jetzt sehr vorgeschritten und Herr Huter erklärte, er sei jetzt zu erschöpft, um noch mit den zwei anderen gewählten Versuchspersonen erfolgreich experimentieren zu können. Es war 12 Uhr 20 Min. Mitternacht geworden.

Auf allgemeine Bitte entschloß er sich noch zu einem Schlußexperiment. Zwei Damen, die sich dazu meldeten, wurden von der Kontrollkommission ausgelost, es waren:
1. Fräulein L., Musiklehrerin in Dresden.
2. Fräulein Ida H., Dresden.
Das Los fiel auf Fräulein H.
Dieselbe setzt sich auf den gleichen Stuhl, auf dem die vorhergehenden Versuchspersonen neben dem Tische der Kontrollkommission gesessen hatten. Ihre beiden Hände legte sie offen auf ihre Knie. Herr Huter trat zu ihr und machte mit ausgestreckten Händen kreisende Bewegungen in der Luft um ihren Kopf herum; dann ähnliche von oben bis unten, über ihren Körper herunter; dann mehrere Längsstriche vom Kopf über die Arme bis zu den Füßen herunter, ohne den Körper zu berühren. Er trat an zirka 6 bis 7 Meter von der Dame zurück und stellte sich fest an die gegenüberliegende Seitwand. Jetzt rief er mehrere Personen aus der Kontrollkommission und aus dem Zuhörerkreise zu sich und flüsterte ihnen ganz leise, so, daß keine zweite Person es hören konnte, ins Ohr, daß er jetzt bewirken wolle, daß Fräulein H. eine Handlung begehen solle, die sich sofort realisieren würde, nämlich sie soll sich an Händen und Unterarmen derart von ihm angezogen fühlen, daß sie in beiden Händen und Armen dieses krampfhaft fühlen müsse und dann vom Stuhl aufstehen und schnell zu ihm mit ausgestreckten Armen und Händen herkommen und ihre beiden Hände in seine Hände legen. Unmittelbar hierauf erklärte Fräulein H. laut und deutlich, daß sie in ihren beiden Händen und Armen bis zu den Ellbogen ein Kältegefühl, dann einen Luftzug, ein Kribbeln und Ziehen verspüre, das auf eine Kraft, die von den ausgestreckten Händen des Herrn Huter ausgehe, zurückzuführen sei. Dann erklärte sie, ihre Hände und Arme würden steif und müsse sie zu Herrn Huter hinstrecken, warum wüßte sie nicht. Jetzt fühlte sie sich unüberwindlich von Herrn Huter angezogen. Herr Huter rief alle Damen und Herren von der Vertrauenskommission zu sich und bat sie, sie möchten genau diese interessanten Vorgänge beobachten. Fräulein H. stand jetzt vom Stuhl auf und ging mit ausgestreckten Händen auf Herrn Huter zu und griff dessen beide Hände mit lautem Lachen, als sei sie jetzt von einem Zwangsbann befreit.

Sie fühle sich sehr wohl und ohne Beschwerden und sie habe die Heliodastrahl-Einwirkung außerordentlich stark verspürt. Jetzt wurde die Willenseinwirkung, die zu der Handlung bei der Versuchsdame geführt hatte, laut vorgetragen, da sich die Handlung schnell und glänzend realisiert hatte. Dies Experiment muß als das glänzendste des ganzen Abends bezeichnet werden und rief unter allen Anwesenden eine tiefe Bewegung hervor.

Durch dieses und alle vorhergegangenen Experimente hat Herr Huter den glänzenden Beweis erbracht, daß er über Kräfte verfügt, welche auf weitere Entfernungen physiologische Wirkungen und Veränderungen in anderen lebenden Körpern hervorrufen können. Er hat ferner bewiesen, daß Gedanken ohne Suggestion und ohne Hypnose auf andere Personen, ohne deren Vorwissen, übertragen werden können. Weiter hat er bewiesen, daß er Menschen zu Handlungen und Willensbestimmungen bewegen kann, ohne daß sie etwas davon wissen.

Ferner, daß er die Tätigkeit der einzelnen Organe im Menschen z.B. Herz, Lunge, Nervensystem u.s.w. herabsetzen oder steigern kann, daß er den ganzen Lebensprozeß angenehm oder unangenehm beeinflussen kann, und daß er schließlich ein außerordentliches Wohlbefinden und Hebung der Lebenskraft zu bewirken vermag, daß er mit dieser Kraft geistige und körperliche Schwächen und Krankheiten belebend und heilend beeinflussen kann und daß dieses alles auf die von ihm entdeckten Heliodastrahlen, die er bei sich zu großer Entwicklung gebracht hat, zurückzuführen ist. Die Vertrauenskommission und die ganze Versammlung hat am gleichen Abend beschlossen, daß über diesen experimentellen Teil des Abends ein Protokoll ausgearbeitet wird, daß der Allgemeinheit bekannt gegeben werden soll. Da Fräulein Eichler diesen Abend die Protokollnotizen gemacht hatte und Herr Dr. phil. Brandt, der Leiter der Kontrollkommission sich ebenfalls die Vorgänge teils auf Papier, teils im Gedächnis sehr scharf vermerkt hatte, so wurden Herr Dr. phil. Brandt und Fräulein Eichler zur Ausarbeitung des offiziellen Protokolls ehrenamtlich betraut. Beide erklärten sich damit einverstanden und haben dieses Protokoll zusammen ausgearbeitet. Fräulein Eichler hat das Protokoll am 12. März 1906 in Reine geschrieben.

Levitating Stone
(Hinzugefügt)
Nachstehende Personen haben von dem Inhalt dieses Schriftstückes Kenntnis genommen und erklären sich durch eigenhändige Namensunterschrift mit dem Inhalt desselben, als der vollen Wahrheit entsprechend, einverstanden und geben ihre Einwilligung, daß der Inhalt dieses Schriftstückes im Interesse der Wissenschaft zur öffentlichen Kenntnis gebracht werde.

Dr. phil. Gottlieb Brandt, Dresden-A. Nürnbergerstr. 48III,
Frida E., Dresden-A.
Frau M. B., Dresden-A.
Ch. H., Dresden-Gruna.
M. R., Dresden-N.
Frau F. H., Dresden-N.
Fr. M. Am E., Dresden-A
H. K., Dresden-Pl.
C. H., Dresden-A.
A. B., Dresden-Cotta.
I. H., Dresden-A.
A. L., Dresden-A.
W. P., Dresden-N.
A. W., Dresden-A.
L. H., Dresden-Gruna.
Fr. O. Sch., Dresden-A.
C. A., Dresden-A.
Frau B. Sch. Dresden-A.


Erstellt 1999. Update 1. Juli 2007 
© Medical-Manager Wolfgang Timm
Fortsetzung

Die  Kronen symbolisieren die höhere Natur in jedem Menschen, sein individueller potentieller innerer Adel. Jedermann ist verpflichtet seinen inneren Adel nach Albrecht Dürer und Carl Huter zu heben.http://www.truthbomb.deshapeimage_2_link_0
Die größte Entdeckung des 19. Jahrhunderts        Bearbeitung: Medical-Manager Wolfgang Timm
 
Geheimkräfte im Menschen