Menschenkenntnis Lehrbrief V. - Part 42
 
Hauptwerk 1904-06. Carl Huter
Bearbeitung: Medical-Manager Wolfgang Timm

FORTSETZUNG

Von Professor Möbius-Leipzig ist diese Beobachtung als richtig bestätigt worden. Ich möchte jedoch nur bedingungsweise diesen Lehrsatz zugeben. Die Wahrheit liegt noch viel tiefer, allerdings, ein Zusammenhang zwischen Kleinhirn und Geschechtskraft besteht. Gall und Möbius haben darin recht. Ich erkläre aber den Zusammenhang aus der starken Mediomasammlung des Kleinhirns; denn ich fand auch noch weit mehr einen Zusammenhang des Kleinhirns mit der Produktion chemischer Elemente im Körper, mit der Ernährung; bei Lungen- und Magenleiden magert das Kleinhirn ab, desgleichen bei Muskelschwund und Schwäche. Da sich nun im Mittelhirn nach meinen Beobachtungen mehr das Od in der Nähe der hier zahlreich versammelten Heliodakräfte sammelt, so ist das Mittelhirn durchweg beim weiblichen Geschlecht stärker betont als beim männlichen, was nun freilich nicht immer in der Größe, sondern auch in der Sensibilität zum Ausdruck kommt. Dieses hat Gall nun nicht gefunden, auch das nicht, daß das Mittelhirn durch die sympathischen Nerven in lebhaftester Verbindung mit den Geschlechtsorganen steht, und dass infolgedessen das Weib mit stärker betontem Mittelhirn viel tiefer und wollüstiger den Geschlechtsakt empfinden kann als der Mann.

Außerdem spielt noch die Schilddrüse, sowie auch der Geschlechtsapparat selber eine große Rolle bei der Erzeugung geschlechtlicher Säfte und Reizfähigkeiten.

Die Dreieinigkeit von Stoff, Geist und Kraft in der Form
(Quelle: DgM Nr. 24. 1934. Hinzugefügt)

Wie erkennt man nun die Größe und die Reizempfindlichkeit des Mittelhirns äußerlich physiognomisch?

Dieses Zentralorgan alles Lebens und Empfindens, das Mittelhirn, ist bisher von niemandem auf seine äußeren Merkzeichen untersucht worden, wahrscheinlich wohl darum nicht, weil es versteckt liegt, und Anatomen und Physiologen haben daher mit der Möglichkeit des Vorhandenseins äußerer Merkzeichen zur Beurteilung des Mittelhirns nicht gerechnet. Es war mit daher eines der wichtigsten und bedeutendsten Forschungsgebiete, das bisher völlig im Dunklen lag und das viele Jahre hindurch meine ganze Kraft in Anspruch nahm. Das glückliche Ergebnis meiner Arbeit war, daß ich die physiognomischen Zeichen des Mittelhirns gefunden habe. Heute kann ich auf die Frage Wo? Antworten, daß das gesamte Gesicht das Mittelhirn widerspiegelt, insbesondere geschieht das durch die mittleren Regionen der Wangenpartien nahe an Mund und Nase. Daher kann man es nun verstehen, daß allen schweren Verbrechern und bösartigen Menschen in dieser Region eine abscheuliche Härte mit disharmonischen Zügen und Formenzeichen eigen ist, und daß alle guten Menschen hier einen edlen Ausdruck haben. Selbst Laokoon behält hier seinen gottähnlichen Ausdruck erhabener Seelengröße bei.


Der Faserbau des Großhirns und meine Großhirnregionenlehre

Da nun bekanntlich aus dem Kleinhirn sowie aus dem Mittelhirn zahlreiche Nervenfasern nach oben hin weiterwachsen, eine Entdeckung, die Gall gemacht hat und die nicht widerlegt ist, so ist das Großhirn gewissermaßen wie ein Blumenkopf am Stengel aus dem Rückenmark und Mittelhirn herausgewachsen. Da ferner die geradlinigen Fortsetzungen der sensiblen Mittelhirnfasern im oberen Großhirn enden, folglich auch bei ihrer Ausbreitung kelchartig den ganzen Oberkopf ausfüllen, so muß hier naturgemäß der Sitz der höchsten Gefühle, also des Gemütslebens des Menschen, sein. Demnach haben Menschen mit hohem breitem Oberkopf ein großes und reiches Gemütsleben, Menschen mit niederem Schädel haben ein moralisch schwaches und mehr gefühlloses Wesen. (Siehe die Tafel auf Seite 8 d. Bd.)


Schematische Darstellung zu Huters Lehre von der Entwicklung des Nervensystems und des geistigen Lebens, aus der Helioda der Zentrosoma der Zelle

Tafel I. Entwicklung des Nervensystems aus der Helioda der Zellzentrosomen
Nach eigenen Forschungen dargestellt und gezeichnet von Carl Huter

Die Nervenfasern des Rückenmarks, die für die Bewegung tätig sind, sammeln sich im Kleinhirn und pflanzen sich von hier aus ins Großhirn weiter fort. Da das Kleinhirn hinten tief unten im Schädel liegt, so sind diese motorischen Nervenfasern gezwungen, ihre Richtung zwischen Klein- und Mittelhirn nach dem Hinterhaupte zu nehmen. Denn die aus dem Mittelhirn fortgesetzten Großhirnfasern nehmen die ganze mittlere Region des Großhirns, sowie den Oberkopf ein. Je zahlreicher nun diese Fasern sind, desto umfangreicher muß die Großhirnmasse des Hinterhauptes werden. Je zahlreicher die Nervenfasern sind, die aus dem Kleinhirn in das Hinterhaupt wachsen, desto stärker muß der Hinterkopf werden. Aus diesem Grunde erkenne ich an einem stark ausgewölbten Hinterhaupte den tatkräftigen und arbeitsfleißigen Menschen, einen Menschen, welcher aus innerem Antrieb, aus Lust und Liebe zur Arbeit arbeitet. Ein arbeitsscheuer Mensch hingegen hat einen schwach entwickelten Hinterkopf.

Rückenmark (Hinzugefügt)


Levitating Stone
(Hinzugefügt)
Jedem zum Erfolg in praktischer Menschenkenntnis zu verhelfen, dazu soll dieses Lehrwerk besondere Dienste erweisen.



Erstellt 1995. Update 4. April 2007.
© Medical-Manager Wolfgang Timm
Fortsetzung
Hauptwerk. 2. Auflage. 1929. Hrsg. Amandus Kupfer

Die  Kronen symbolisieren die höhere Natur in jedem Menschen, sein individueller potentieller innerer Adel. Jedermann ist verpflichtet seinen inneren Adel nach Albrecht Dürer und Carl Huter zu heben.
Hauptwerk - Lehrbrief 5 (von 5)
 
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