Menschenkenntnis Lehrbrief V. 12. Teil des Lehrstoffes - Part 52
 
Hauptwerk 1904-06. Carl Huter
Bearbeitung: Medical-Manager Wolfgang Timm

FORTSETZUNG

Ich komme nun zur neuen Wirtschaftslehre, die uns der Seitenkopf des Menschen lehrt. Siehe Seite 186 und 203! Unmittelbar über beiden Ohren lernen wir den stärksten Anspannungstrieb kennen. Derselbe treibt zur Energie, zur Tat und zur Veränderung an. Was sollen wir tun? Nun, ohne die Erkenntnis der drei soeben beschriebenen Hauptteile und ihre Offenbarungslehre wissen wir es nicht, daher können die Menschen ohne diese rechte Erkenntnis auch nie den rechten Weg finden. Alles Arbeiten und Tun wird verfehlt sein und kann selbst im Dienste einer recht unwürdigen und üblen Sache stehen. Man spanne sich also in Zukunft an, so zu leben und zu wirken, wie diese Offenbarungslehre es gebietet. Man hat kein Recht, etwas zu verändern, ohne Besseres zu schaffen, ohne höhere Werte zu erzeugen, als vordem da waren.
   
Seitenhaupt
(Quelle: DgM Nr. 26. 1935. Hinzugefügt)
 
Vermag man aber Besseres zu schaffen, so tue man es mit der Anspannung aller seiner Kräfte. Unmittelbar über dieser Anspannungsenergie liegt der Selbsterhaltungstriebe. Jeder Mensch hat das Recht, für seine Lebenserhaltung und die seiner Angehöriger einzutreten. Aber er ist auch berechtigt und verpflichtet, für sich Mittel anzusammeln, die ihn aus Not und Lebensgefahr bringen, die ihm ein glücklicheres Lebensgefühl und Dasein verschaffen. Es ist eine entsetzliche Irrlehre, die unweise oder wirtschaftlich unwissende Menschen aufgebracht haben, Kapital sei Diebstahl! Nein, diese Offenbarungslehre lehrt, Kapitalansammlung ist Tugend! Jeder Mensch soll Kapitalist werden, jeder Arbeiter sei Kapitalist! Denn Kapital ist Ansammlung von Lebensgütern im Interesse der Lebenserhaltung, des Lebensfriedens und des Lebensglückes! Aber der unmoralische menschenfeindliche Kapitalismus, der soll beseitigt werden. Der ausbeutende, das Menschenglück hindernde, Leben, Frieden und Wohlergehen zerstörende Kapitalismus, den allein bekämpfe man. Das gesamte Wirtschaftsleben richte sich nach dieser Lehre, und es wird glücklicher werden. Man kann auch dem Großbesitz oder der Ansammlung von Handelsgütern (Fabriken, Kaufläden), Wissens- oder Kunstgütern (Museen, Bibliotheken) unmöglich Hindernisse in den Weg legen, solange diese Art höheren Wirtschaftslebens dem allgemeinen Wohle förderlich sind.

Es läßt sich auch die Persönlichkeit von der Sache nicht gänzlich lostrennen. Da die Liebe zur Sache stets von Personen ausgeht, so lässt sich auch niemals alles Gute eines Volkes herrenlos machen. Das individuelle Eigentumsrecht sehr vieler, möglichst aller Menschen an gewisse Lebensgüter wird weit mehr ein gesundes Wirtschaftsleben fördern, als das Gegenteil.

Güter müssen möglichst reich und mannigfaltig verteilt sein. Gewisse Güter können öffentliche bleiben und als solche verwaltet werden. Die überwiegende Mehrzahl müssen aber individuelle Verbindungen, das heißt Eigentümer, Herren haben. Der Güterverkehr darf keine Hindernisse haben, weder im Staate noch im Völkerwirtschaftsleben.

Arbeite fleißig, ausdauernd und verdiene dir materiellen Wohlstand zum Kampfe gegen die Lebensnot und sammle dir selbst Kapital; dadurch wirst du frei und unabhängig und kannst um so mehr die idealen Güter Kunst, Wissenschaft, gute Werke, Tugend und Religion pflegen. Alles materielle Gut stelle, sobald deine Lebenserhaltung geschützt ist, in den Dienst des Idealen. Stehst du im Kampfe mit der Lebensnot, dann lege doch bei alledem täglich ein Weniges zur Förderung der idealen Güter zurück. Denn das ganze Leben ist sinnlos, wenn es nicht ermöglicht, ideale Güter zu fördern. Die Not ist nicht immer ganz zu beseitigen. Sie ist dem Menschen oft ein nicht zu unterschätzende Triebfeder, die ihn energisch, intelligent, fleißig, nüchtern und tugendhaft macht, und die alle körperlichen und geistigen Kräfte zur Anregung und Entfaltung bringt. Nur der geistig reife Mensch ist auch zugleich reif zu Reichtum und Güterverwaltung.

An den diesbezüglichen Studientafeln in dem zehnten, elften und zwölften Abschnitte bitte ich den psycho-physiognomischen Blick zu schärfen und sich diese daraus gewonnene neue Ethik zu eigen zu machen.


D. Das Gesicht.

Haben wir so die Formen- und Geistsprache der Natur an der Entwicklung des Gehirns und seiner Organe und an dem Haupte des Menschen kennengelernt, so können wir zu Gesichtsstudien übergehen. Das Auge spricht den Gedanken, die Nase den Charakter, der Mund Begehren und Erleben, das Kinn den Willen, und die Ohren sprechen den angeborenen Adel aus. Wenn auch in allen diesen Teilen alles zum Ausdruck kommt, so ist doch in diesen verschiedenen Sinnesresp. Gesichtsorganen eines immer vorherrschend.


a) Das Auge.

Je reger der Gedanke, desto lebhafter das Auge. Je mehr das Bewußtsein schwindet, desto ruhiger wird das Auge, bis es sich beim Schlaf vollständig schließt. Der gerade, offene Blick verrät den aufrichtigen Menschen. Wer die Augenlider halb schließt, als wollte er seinen Blick verbergen, der hat Gedanken zu verbergen und neigt zu Täuschung und Verstellung. Der diebische Mensch läßt sein Auge oft über fremde Sachen verstohlen und begierig schweifen und läßt den Blick auf die Dinge haften, die er nehmen will. Um dieses zu verbergen, beobachtet er scharf, ob er nicht beobachtet wird, und redet und handelt mit Heuchelei.

Arrogante oder herrschsüchtige Menschen lassen ihren dreisten Blick mehr auf Personen haften. Klatscher haben eine lose Mundmuskulatur. Verleumder haben eine teils widerliche, teils abscheuliche Mundwinkelmimik und zeigen ein höhnisches oder schadenfrohes, leicht aufstoßendes Lachen, die Augenlider drücken sie bei ihren Erzählungen oft etwas über dem Augapfel zusammen und tun recht geheimnisvoll und wichtig, sie reden meist halblaut, als täten sie den anderen einen sehr wichtigen Dienst mit ihren lügenhaften Erzählungen. Der Klatscherzug wird ebenso, wie der Verleumderzug, an den Mundwinkel typisch. Klatsch- und Verleumdungssucht ist eines der verbreitetsten Laster, das ich kenne gelernt habe, und das unsäglich viel Leid und Unheil anstiftet. Wohlwollende Menschen haben den sanften Blick der Güte, meist mit geneigtem Haupt, und die oberen Augenlider hängen weit über den oberen Augapfel.

Ideale und religiöse Menschen richten den Blick nach oben, der Augapfel ist daher stark nach oben gerichtet. Real denkende Menschen blicken nüchtern und geradeaus. Kaltherzige Naturen haben den Augapfel nach unten gedrückt, ist der Blick hierbei stier oder stechend, auch bohrend, lange fest auf eine bestimmte Person gerichtet, so liegt ein verbrecherischer Anschlag vor. Mindestens ist hierbei ein übler Wille im Spiele, wenn sich Vertikalfalten zwischen den Augenbrauen bilden. Beim sinnlichen Menschen hebt sich das untere Augenlid stark auf den Augapfel empor. Genial schöpferische Naturen, auch herzensgütige, haben ein helles Leuchten im Auge. Stupide Menschen zeichnet ein trüber, böswollende ein dunkler unheimlicher, wie Lüge, Nacht und Graus verbreitender Blick aus. Das Auge und seine Sprache ist unerschöpflich. Mit Recht singt der Dichter: Ich kenn` ein Auge, das so mild und glänzend wie ein Sternenbild“, so sieht der edle Mensch im guten Augenblick eines anderen Menschen eine ganz neue wunderbare Welt, denn das Auge spiegelt den Geist, die Gedanken und die Gefühlswelt der Seele wider.


b) Die Nase.

Diese zeigt mehr den Charakter an. Menschen mit kurzen Nasen haben selten Ausdauer und neigen zu Laune, wenn die Nase am Ende wulstig und in der Mitte hohl ist. Menschen mit langer, schmaler, vortretender Nase handeln planvoll, bestimmt und mit großer Ausdauer. Die Menschen mit großen, krummen Nasen sind meist raffiniert, herrschsüchtig, aktiv und angriffsbereit. Die Bedeutung der einzelnen Nasenteile ist in der Abbildung auf Seite 203 in dem Studienkopfe mit den psycho-pyhsiognomischen Noten angegeben. Desgleichen sind auf einer besonderen Tafel zehn charakteristische Nasentypen mit Beschreibung auf Seite 214 zur Darstellung gebracht.

Seitenhaupt
(Quelle: DgM Nr. 10. 1933. Hinzugefügt)


c) Der Mund.

Der Mund zeigt das Begehren und Erleben an. An dem psycho-physiognomischen Studienkopfe Seite 203 sind auch hier die Noten vermerkt. Im allgemeinen bedeutet, ähnlich wie beim Auge, wo das vortretende Oberlid die guten Triebe zeigt, das untere Augenlid mehr die sinnlichen, beim Munde die Oberlippe in ihrer Vorherrschaft über die Unterlippe das Vorherrschen des Guten im Menschen an. Herzensgüte, Aufmerksamkeit, Gastfreundschaft, Zartgefühl, Wohlwollen prägen sich in einer schön vortretenden Oberlippe aus; tritt aber die Unter- über die Oberlippe hervor oder kneift sich diese gar über ihre natürliche Beherrscherin herüber, so ist das kein guter Zug. Hat das Schicksal einem Menschen arg mitgespielt, so werden die Mundwinkel hängend. Wer dem Unglück Widerstand leistete, kneift die Mundwinkel seitlich fest in die Wangen hinein.

Will ein Mensch Böses ausführen, so zieht er stets einen oder beide Mundwinkel herab und drängt das Kinn stark heraus, schließt das Auge ganz oder halb und wirft den Kopf zurück. Die Muskulatur des Kinns bringt mitten über demselben einen nach oben schlagenden Zug. Dieser Gesichtsausdruck ist stets der des bösen Gedankens, der in Tat übergehen will oder schon übergegangen ist. Zugleich tritt dabei eine merkwürdige Erkaltung des Nasen-Mundzuges und der Wangen nahe Mund und Nase auf. Dieses bedeutet, daß die Mittelhirntätigkeit mit dem normalen guten Lebensempfinden zum Teil ausgeschaltet ist und als ob alle Energie sich in das Kleinhirn und in die Muskeln und Knochen verschoben hätte. Beim hippokratischen Gesicht des Sterbenden wird die Unterlippe hängend, die Oberlippe starr, der Mund-Nasenzug leblos. Dieses beweist, daß die Mittelhirntätigkeit, die Atmung, aufgehört hat. Es gibt Menschen, die ein Abbild von diesem wirklichen Sterbegesicht auf ihren gleichen Gesichtspartien tragen. Ich fand diesen Zug bei gewissen Mördern, merkwürdigerweise ein Abbild davon bei manchen, nicht aber bei allen Staatsanwälten, Strafrichtern, Vollstreckungsbeamten und einigen anderen Menschen. Er übt die Wirkung eine Unglücksboten aus und kündet an, daß ein solcher Mensch zur Vernichtung eines Menschenlebens oder Menschglückes, wenn auch mit dem Gesetz, fähig ist. Bei manchem Mediziner, glaube ich, ist es lediglich eine Reflexerscheinung, die durch das ofte Sehen von Sterbenden und Toten hervorgerufen wird. Bei Strafbeamten ist es aber gewiß der Ausdruck des imaginären Gedankens und der Vorstellung von der Vernichtung des Wohlbefindens und Glückes und des Lebens des Klienten. Ich glaube daher, daß die Todesstrafe keine ideale Rechtsstrafe ist und daher abgeschafft werden muß, auch zu allen sogenannten barbarischen Strafen dürfte wohl kein Mensch über einen anderen, nach meinem ethischen Empfinden, ein Recht haben. Strafe soll bessern, nicht Glück und Leben vernichten. Gewisse Verbrecher gehören dauernd in Bewahrungsanstalten.

Anmerkung Timm: Carl Huter schreibt, „Gewisse Verbrecher gehören dauernd in Bewahrungsanstalten.“ Bedauerlicherweise wird diese absolute Notwendigkeit der lebenslangen Sicherungsverwahrung in dem gegenwärtigen Deutschland täglich mißachtet, indem Straftäter aus gesetzlichen Gründen frei gelassen werden müssen, obwohl ihnen Gutachten weitere Gefährlichkeit für uns Mitmenschen bescheinigt haben. Carl Huter wendet sich gegen die Todesstrafe auch gegen  alle barbarischen Strafen. Gerade die U.S.A. verletzen diesen Grundsatz heute mehr denn je. Auch heute gibt es wieder US-Konzentrationslager auf Cuba, zur Zeit ohne jegliche Achtung vor den Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit. Mit der teils selbst inszenierten Angstdrohkulisse Terrorismusgefahr, sowie emsiger behördlicher Vorarbeit zur präventiven Behandlung aller Zivil-personen als zunächst prinzipiell kriminell verdächtig, wünschen gewisse Kreise sogar die Aufnahme von „Finger-Prints“ in Personalausweis-dokumente für jeden Bürger. Somit lassen sich willkürlich alle totalitären Massnahmen pseudo-rechtfertigen - da ist dann auch das Mittel der Folter erlaubt, welches teils heute durch Exportflüge in sogenannte Folterstaaten, bevorzugt im Nahen Osten, an zunehmend mehr Einzelpersonen menschenverachtend durchgeführt wird und zwar im Auftrag des Rechtsstaates Vereinigte Staaten von Amerika. Analog dem Lieblingssport  heutigen Wirtschaftens praktiziert man „Outsourcing“ auch auf den Bereich von „Terroristenverdächtigen“. Wo der Rechtsstaat aus gutem Grund absolutes Folterverbot zementiert hat, wird dieser menschenwürdige absolute Grundsatz dadurch unterlaufen, dass man einen „Dirty Trick“ anwendet, indem man für die Nationale Sicherheit einen Teil von Personen aufgrund Terrorgefahr als „Oultlaws“ deklariert und jeder menschenverachtenden Procedur willkürlich aussetzt. Der normale Massenmedien verblödete Mainstream-Konsument ist derart massenhypnotisiert, dass dieser individuell gar nicht begreifen kann, dass durch unglückliche Umstände auch er selbst hiervon betroffen werden kann, d.h. als „Outlaw“ von rechtsstaatlichen Prinzipien ausgeschlossen, somit barbarischen Strafen schon vor einem Urteil ausgeliefert.  Privatsphäre ist abgeschafft - der Weg zur totalen und totalitären weltweiten Kontrolle und Unterdrückung von potentiell jeden Menschen zu jeder Zeit und zu jedem Ort auf dem Planeten Erde scheint vorgezeichnet. Was Adolf Hitler und sein perfider Ideeneinflüsterer Goebbels im damaligen Nazi-Deutschland noch technisch nicht vermocht haben, nämlich die totale Weltkontrolle mittels Gedankenkontrolle scheint heute technisch realisierbar. Die Wahrheit ist, es hat definitiv nie den Amerikanischen Traum real gegeben, nun befinden wir uns real im Amerikanischen Alptraum wieder, der nicht nur für Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika gilt, sondern nun jeden individuellen Bürger auf unserm Heimatplaneten Erde in einer globalen Welt betrifft. Die gute Nachricht: Das Studium Huterscher Menschenkenntnis gewährleistet einen relativ guten (körperlich-seelisch-geistigen) Schutz vor solchem skizzierten apokalyptischen Alptraum, der real ist. Es ist nun höchste Zeit aus seinem Tiefschlaf als Mensch aufzuwachen. Die Frage lautet: Möchte ich in meinem Leben weiterhin dummes Schaf sein, welches irgendwann zur Schlachtbank geführt wird, alles mitmacht? - oder beginne ich sofort mit der Stärkung meiner Individualkraft? Die praktische und wissenschaftliche Menschenkenntnis von und nach Carl Huter zeigt konkret für jeden auf, wie diese zu stärken ist. Somit garantiert Hutersche Menschenkenntnis diese Stärkung persönlicher Individualkraft. Vor nichts fürchten sich sogenannte Illuminatenkreise mehr, als vor einer in sich harmonisch ausbalancierten starken Persönlichkeit, die sich seiner unbegrenzten Individualkraft voll bewusst ist - Carl Huter nannte diese Leitkraft „Helioda“! Durch diese Web-Präsenz ist es erstmals möglich, sich weltweit dieses wirkungsvollen Schutzes, nämlich Carl Huters Menschenkenntnis, gratis zu bedienen.

Levitating Stone
(Hinzugefügt)
Jedem zum Erfolg in praktischer Menschenkenntnis zu verhelfen, dazu soll dieses Lehrwerk besondere Dienste erweisen.



Erstellt 1995. Update 9. April 2007.
© Medical-Manager Wolfgang Timm
Fortsetzung
Hauptwerk. 2. Auflage. 1929. Hrsg. Amandus Kupfer

Die  Kronen symbolisieren die höhere Natur in jedem Menschen, sein individueller potentieller innerer Adel. Jedermann ist verpflichtet seinen inneren Adel nach Albrecht Dürer und Carl Huter zu heben.
Hauptwerk - Lehrbrief 5 (von 5)
 
HAUPTWERK
Menschenkenntnis
Lebensschule
der Zukunft
Status:
Absolute Referenz