Carl Huter: Heilwissenschaft der Zukunft - Part II.6
 
Fortsetzung

Wer ist Arzt und was ist Heilmittel?

Ein Heilmittel kann eine stoffliche Substanz, eine mechanische oder auch psychische Kraft sein, die im eigenen Körper erzeugt wird, oder die von außen her mit den Patienten in Berührung gebracht die Lebenskraft des Patienten zwecks Ausheilung seiner Krankheit mithilft.


a ) Die vom Körper selbsterzeugenden Heilmittel.

Dass der Körper, der krank ist, selbst das Beste zu tun hat, um gesund zu werden, ist selbstverständlich. Die Natur hat daher in jeden Körper die Fähigkeit gelegt, sich selbst in weitreichendem Masse zu schützen, oder bei ein eingetretenen Krankheit sich selbst zu heilen.

Bei Schwachen und Schwerkranken, oder erblich Belasteten geht diese Fähigkeit oft verloren und muss daher zu äußeren Heilmitteln gegriffen werden.


b ) Der beste Arzt.

Der beste Arzt ist daher der Instinkt des Patienten selbst, die Neigung zur Ruhe, Bewegung, Speise, Trank, Aufenthalt usw. sollte nach Möglichkeit Beachtung finden.

Wo aber gesunde verkehrte Instinkte vorhanden sind, da muss ein Arzt mit gesunden Instinkten den Kranken ratend und helfend zur Seite stehen.  Hieraus folgt, dass nicht allein wissenschaftliche Bildung, ja nicht einmal Kunstfertigkeit den Arzt ausmacht, sondern es sind weit mehr die gesunden Instinkte, verbunden mit den höchsten Graden von Teilnahme und Mitgefühl für den Kranken, wodurch ein so genannter Arzt überhaupt erst zum wahren Arzt für einen Kranken werden kann.

Mancher wissenschaftliche Arzt ohne solche Gaben kann daher ein übertünchter Satanas seiner Patienten werden und mancher Bauer oder Schäfer im Wams und blauen Kittel, der aber am Busen der Natur noch gesunde Instinkte und Menschenliebe bewahrt hat, kann ein besserer Arzt und Helfer für den Kranken werden, wie ein Professor, der mit kaltem Blute den Schädel gesunder Tiere abschabt und mit Messer und Zange den Leib des Menschen aufritzt. 

Der beste Arzt ist aber der, der die Lebens- und Heilkraft des Kranken erhöhen kann durch seine Helioda.

Gesunde Instinkte als Ratgeber und die Helioda als Heilmittel ist das Beste, was ein Arzt zum Krankenbett mitbringen kann; dazu kommen die naturgemässen Mittel, die wissenschaftliche Bildung und Kunstfertigkeit und schließlich eine angeborene Genialität, wodurch ein Mensch zum wahren Meister in der Heilkunst gestempelt wird und wodurch er Erfolge haben wird, die ihm kein gewöhnlicher Arzt nachzuahmen im Stande ist. 

Hieraus erklärt es sich, dass manche Laienärzte oft Erfolge erzielten, die unter Schulärzten selten zu finden sind.


c ) Die konträren Heilmittel.

Unter den Heilmitteln unterscheide ich parallele und konträre, oder angepasste und polare Mittel.

Ein konträres Heilmittel ist geeignet, die möglichst schnellste Herstellung der Gesundheit zu veranlassen. So ist z.B. Eis und kaltes Wasser ein gegen Entzündung oder hitziges Fieber polar wirkendes Mittel. Zuckerstoffe und Säuren sind, da sie lösend wirken, gegen abnorme Verdichtungen, wie Verspeckung, Skrophulose, Tuberkulose, Wucherungen, Verstopfungen usw. wirksam. Eiweiß, Leimstoffe, Bitterstoffe sind, da sie bindend und zusammenziehend wirken, polare Heilmittel gegen Auszehrung, Lungenbluten, Gefäßerweiterungen, Darmleiden,Schwächezustände usw.

Frisches Quellwasser, junges Gemüse, halbreifes Obst sind polar wirkende Mittel gegen alle Krankheiten, wo faulige Absonderungen oder teilweise organische Verwesungen vor sich gehen, wie z.B. bei Krebs, Bronchialschwindsucht, gasiges Fieber, Syphilis usw.

Gegen Nervosität, die auf Neurasthenie beruht, wirkt Körper und Seelenruhe polar; gegen abnehmende Herzkraft, Melancholie und Fettsucht wirkt Erregung und Bewegung polar.

Alle polar wirkenden Mittel sind dann berechtigt, wo der Körper nicht zu sehr geschwächt ist, wo der Kranke noch die Fähigkeit hat, normal zu reagieren; wo dies nicht der Fall ist, bei sehr schwachen Patienten, den so genannten Todeskandidaten, da sind alle polar wirkenden Mittel zu verwerfen, da sie dann die Gefahr in sich bergen, dass sie entweder den Kranken gesund, oder tot machen werden und diese letzte Eventualität kann kein Arzt auf sein Gewissen nehmen.

Die allopathische Medizin ist durchweg in ihrer Theorie und Wirkung ein polares Mittel, wenn theoretisch richtig begründet; vorausgesetzt, dass solche Medikamente bei Übermenschen angewandt werden, würden sie auch Erfolge haben; denn jeder Körper ist bestrebt, auf Gifte zu reagieren. 

Da es aber im gesunden Zustande sehr wenig Menschen von außergewöhnlicher Kraft und Widerstandsfähigkeit gibt, so hat sich die allopathische Heilmethode in der Praxis nicht bewährt und sollte daher möglichst selten, oder nie Anwendung finden. 

Zu verbieten ist sie nicht, da sie theoretische begründet wird, eben so wenig, wie die Kaltwasserkur von Kneipp zu verbieten ist, die theoretisch begründet und praktisch mehr Erfolge hat wie die Allopathie, obwohl beide Richtungen polare Mittel vertreten. 

Durch kalte Güsse oder kalte Umschläge ist mancher fiebernde Schwindsüchtige, Herzleidende, Nierenleidende und Neurastheniker in den Tod getrieben; darum ist Vorsicht geboten bei allen polaren Heilmitteln, ganz besonders bei schwer kranken Kindern, Greisen und sonst geschwächten Personen.

Die Kneippsche Kaltwassermethode hat vor der allopathischen Medizin aber doch den Vorzug, dass sie mit natürlichen Mitteln operiert, wohingegen die giftigen Medikamente zu den künstlichen unnatürlichen Mitteln zu zählen sind, denn Wasser an sich ist, was kein allopathisches Medikament ist, ein Bedürfnis, und daher ein Nähr- und Heilmittel.


d ) Die parallelen oder anpassenden Heilmittel.

Diese sind bei allen Krankheiten und Schwächezuständen anzuwenden und verdienen, da sie theoretisch nur harmonische, nie gewaltige Angriffe auf den Körper machen und stets den Zweck haben, entweder zu kräftigen oder zu nähren, die volle Anwendungsfreiheit in allen Fällen.

Hierzu gehören alle die zur Verdauung gehörig präparierten Nährsalze, Malzextrakte mit Kalk, Eisen, Schwefel usw. Eisenpräparate in Limonadenform, wie z.B. das Henselsche Tonikum. Kräuter-Tees. Hilfs-Nährpräparate jeder Art. 

Leichte Anregungsmittel, Genussmittel. Säfte und Extrakte aus giftfreien Wurzeln, Blättern, Früchten, Blüten, die in verdünnter Lösung zu geben sind. Milde Brunnenkuren, Milchkuren, Traubenkuren, Gemüse oder Obstkuren usw. rein oder in Verbindung mit sehr wenig Fleisch.

Alle Bestandteile, solcher Präparate sollten möglichst äußerlich an den Gefäßen bezeichnet sein, und als Kräftigungs-, Genuss- und Nährmittel zum Heilen von Krankheiten den Drogerien und dem Handel frei gegeben werden.

Zu den parallel wirkenden Mitteln zählen alle Wasseranwendungen indifferenter Temperaturen, oder doch der Körpertemperaturen mehr näher, wie fern liegender Temperatur; dazu gehören alle mild kühlen und mild warmen Dämpfe, Wasseranwendungen, Bäder, Packungen, Güsse, Waschungen usw. in geringeren Abweichungen von der Körpertemperatur; alle Luft und Sonnenbäder, bei teilweiser oder leichter Bekleidung.

Passive Heilgymnastik, Schaukelbewegungen, aktive Freiübungen ohne beschwerende Apparate.

Helioda, Magnetismus, Hypnose, harmonische Suggestion. Alle mildesten Formen der Massage, die sich der Widerstandskraft und Lage der Organe anpasst.

Klimakuren, wo eine anpassende Veränderung der Atmosphäre beobachtet wird.

Anpassende Bekleidung, Gesellschaft, Lektüre und harmonische Geistesbeeinflussung.

Anpassend sind auch die homöopathischen Heilmittel nach neueren Systemen, und daher besser und ungefährlicher wie die allopathischen; auch diese Mittel sollten dem Handel frei gegeben werden.

Die meisten orthopädischen Mittel sind anpassende Mittel, desgleichen Barfußlaufen, Erdbäder, Sandbäder usw.

Die anpassenden Heilmittel sind im Grunde genommen Bedürfnismittel, die der Körper zum Teil unbedingt zur Erhaltung der Gesundheit braucht; dieselben sind daher auch hygienische Mittel, um Krankheiten vorzubeugen, sie wirken langsamer, wie die konträren Mittel, aber dafür auch desto sicherer und sind nach Theorie und Praxis immer ungefährlich.


e ) Krankheitsbegriff.

Das charakteristische Merkmal einer unheilbaren Krankheit, die zum Tode führt.

Wenn Prof. Virchow den Begriff "Krankheit" dahingehend zusammenfasst, dass Krankheit ein Leiden des Lebens sei, das zum Tode führt, so deckt sich dieser Begriff nicht mit dem landläufigen Volksbegriff Krankheit, denn das Volk glaubt, jeder Erkältung, Unwohlsein usw. sei schon eine Krankheit. 

Dieser eingewurzelten Anschauung möchte ich Rechnung tragen und den Virchow`schen Krankheitsbegriff in "unheilbare Krankheit" umgewandelt wissen.

Was ist nun das charakteristische Merkmal einer unheilbaren Krankheit? Dieses festzustellen ist mimisch-physiognomisch mit Sicherheit nur möglich durch den spezifischen Krankheitsgeruch, denn auch der Geruch gehört zur äußeren Erscheinung. 

Wie jener Mensch seinen besonderen Geruch hat, so auch jede Krankheit. Die Ekelhaftigkeit und Intensivität des Geruches eines Kranken bekundet den Grad der Schwere der Krankheit; was lebt und nicht schön riecht, ist auch nicht schön, was aber lebt und dabei intensiv stinkt, ist sicher krank.

Nach dem Gesetz, das jedes eigene, jede Substanz, jede Kraft, jedes Leben und jede Krankheit, die Umgebung sich gleich zu machen sieht, führt zu dem ewigen Kampfe der Dinge und Individualitäten der Welt. 

Jedes Individuum hat von seinem eigenen Standpunkte aus einen gegensätzlichen polaren Standpunkt in mancher Richtung zu anderen Kräften, Säften und Individuen.

Bekanntlich zieht nun die feste Substanz die flüssige, die flüssige die gasige an und nimmt sie in sich auf, umgekehrt löst das Gas das Flüssige auch in Gas um., macht sich das Fremde gleich, auch das Flüssige sucht die feste Substanz aufzulösen, selbst Eisen verwandelt sich im Wasser zu Rost um.

Die Hauptwirkung der Heilkraft des Wassers beruht nun darin, dass das Wasser die überschüssige Gase aus dem Körper zieht; da nun überall bei Krankheiten (mit Ausnahme einiger Fälle von Schwächezuständen) der Körper mit krankmachenden Gasen belastet ist und da, nach meiner Theorie, gerade die üblen Gase die Krankheitserreger sind, so erklärt es sich, dass mit nichts besser wie mit Wasser die Krankheitserreger beseitigst werden können. Aber auch schon vorhandene Verdichtungen, wie Tuberkeln, Tumore usw. können durch Wasserbehandlung zur Auflösung und Ausscheidung gebracht werden.

Da die kranken Gase außerdem chemisch meist dem Sauerstoff konträr liegen, so geht dieser Vorgang um so schneller vor sich, als er auf polarem Wege sich abspielt.

Kommt ein Schwerkranker in die Behandlung eines Hydropathen, sei es ein mit Lungenentzündung, mit Gelbsucht, Typhus, Cholera, Diphteritis, Syphilis, Krebs oder sonst wie Belasteter, so ist die Krankheit ganz genau an dem charakteristischen Krankheitsgeruch erkennbar; die Krankheit wird um so schwerer, je intensiver der Geruch an Unannehmlichkeit zunimmt.

Wird nun ein derartiger Kranker 4 bis 6 Wochen täglich mit Wasser behandelt und der Geruch nimmt ab, so ist dies ein Beweis, dass die Organe gesunden und dass die Krankheit heilbar ist.

Bleibt der Geruch aber mit gleicher Intensität bestehen, nach 4 bis 6 wöchentlicher Behandlung, und verliert er sich auch nicht spätestens 4 bis 6 Wochen nach der Wasserkur, vorausgesetzt, dass diese richtig angewandt wurde, so ist das ein sicherer Beweis, dass die Krankheit unheilbar ist und zu Tode führt, wenn der letzte Versuch, das Heliodasieren, keinen Umschwung innerhalb 14 Tagen bei abnehmenden Monde täglich 10 Minuten, ein bis dreimal vorgenommen, herbeigeführt; denn dann gibt es keine Scheidung mehr zwischen gesunden Lebensorganen und krankmachenden Belastungsstoffen, weil die Zellenorgane selbst die giftigen Stinkgase immer neu produzieren, wodurch die unheilbare Selbstzerstörung eingetreten ist. 

Die Abnahme des Krankheitsgeruches bleibt in diesem Falle daher unmöglich und damit bleibt auch die Heilung unmöglich. Einen derartigen Fall lernte ich kennen bei vorgeschrittener Bleichsucht, die sich in Leukonomie umgewandelt hatte, in Folge starker Blutverluste durch Gebärmutteroperationen bei einer Frau in mittleren Jahren.



Meine Heilmittel.

I. Helioda.

Unter den 4 Elementen: Licht, Luft, Wasser und Erde unterscheide ich je drei graduelle Potenzen: Vollicht, Halblicht, Dämmerlicht; Höhenklima, Eben-Landluft und die Atmosphäre der Tiefebene; Regenwasser, Flugswasser, Mineralwasser; Erden, Salzsteine, Metalle; hiernach parallelisiere ich meine Naturheilmittel, gleichsam wie eine Farbenskala, die sich innerhalb der äußersten Endpole, zwischen weiß und schwarz bewegt, so hier zwischen Helioda und der magnetischen Energie.

Die Helioda ist gleichsam wie weiß die höchste Farbenquelle ist, so hier die höchste Heilmittelquelle. 

Die Helioda ist die aus dem gesunden Menschen von hoher Nervenenergie und Geisteskraft ausstrahlende Heilkraft, welche einen schwachen und kranken Körper in besonderen Masse belebt und kräftigt.

Die gesunde starke Helioda des Nebenmenschen parallelisiert die krankhafte Helioda des Leidenden, daher kommt es, dass manche Krankheiten und Seuchen so ansteckend wirken, weil die Helioda der Gesunden von der Helioda der Kranken leicht verseucht wird, wenn die Nervenenergie und die mineralische Substanz des Blutes bei einem Gesunden schwach ist; denn wo diese stark sind, kann keine Krankheit; auch nicht die ansteckendste Seuche, einem Menschen etwas anhaben.

Es ist lediglich die Energie, also der Magnetismus des Individuums, der gegen Krankheiten widerstandsfähig macht, niemals ist dies durch Schutzimpfung, nach Art der Pockenimpfung möglich. 

Wenig wirkten auch hier die desinformierenden Schutzmittel der Bakteriologen, wie dies bei der Cholera und bei allen Seuchenkrankheiten sich bestätigt.

Ich übe das Heliodasieren durch Händeauflegen aus, oft schon durch Blicke, Worte, hebende Hände, bei Wunsch und Willen, den Kranken zu helfen; es verschwinden oft nach wenigen Augenblicken die Schmerzen, oft erst nach wiederholter Heliodisation, hierbei ist es wichtig, dass mir der Kranke offen und vertrauensvoll in die Augen sieht, oder vertrauensvoll an mich denkt. 

Es ist auch wichtig, ob man bei zu- oder abnehmendem Monde, bei Sonnenlicht, Dämmerlicht oder farbigem Licht heliodisiert. Vieles andere muss ebenfalls beobachtet werden, um eine schnelle Wirkung zu erzielen, wie und warum, würde zu allzu großen Erörterungen führen, ich behalte mir Näheres hierüber in einem größeren Werke vor.

Das Segnen der Priester in ihren Gemeinden, das Segnen der Eltern ihrer Kinder, wie es eine schöne Sitte alter Zeit war, durch Händeauflegen und Auflegen des Segnenden und Händefalten des Empfangenden war ein Weiheakt, der Kraft, Gesundheit und Wohlergehen dem Empfänger verleihen sollte. 

Es ist dies kein Unsinn oder Aberglauben, sondern eine der schönsten Sitten und von Hygienischer Bedeutung. Eine bessere Impfung wie durch das Segnen geschieht, gibt es nicht. Leider hat man vergessen und verlernt, wie es wirksam ausgeführt werden muss.

Die Heilmagnetiseure Schröder - Leipzig, Kramer - Köln, Gerling - Berlin, Tormin - Düsseldorf, Hofrichter und Gössel - Dresden, welche seit einer Reihe von Jahren erfolgreich tätig sind, beweisen die vortrefflichen Erfolge der Heliodakraft zwecks Heilung von Krankheiten. Es ist mehr die Helioda, wie der Magnetismus, welcher bei diesen Leuten so segensreich wirkte.

Welche Erfolge ich selbst mit der Heliodapathie erzielte, davon gebe ich im Anhang Beweise. Bei sogenannten unheilbaren Krankheiten, wo jedes andere Heilmittel versagte, half die Helioda den Schwächsten wieder auf die Beine.



II. Das Licht.

In zweiter Linie ist es das Licht was ich als wertvolles Heilmittel anwende und zwar ganz nach dem Zustande des Patienten und der Art des Leidens. Konzentriertes Sonnenlicht, farbiges Licht, (Chromopathie) Halbdunkel usw.

Ja selbst die Röntgen X-Strahlen habe ich mit vorzüglichen Wirkungen kennen gelernt.

Bekanntlich ist das Licht die Schöpferquelle alles Lebens auf unserer Erde, denn ohne Licht kann kein Tier und keine Pflanze, am wenigsten aber ein Mensch leben und gesund bleiben.

Jeder Landmann weiß im Frühjahr und Sommer die Naturkraft Licht besser zu schätzen wie der Arzt bei Kindern und Kranken. 

Das Licht ruft den Samen zum Leben, und zum Keimen wach, es befördert Gesundheit, Kraft und Wachstum, bei Individuen, Tieren und Menschen. 

Wo aber Licht ist, da ist auch Wärme, das modifizierte Licht, die modifizierte Wärme, also die Temperaturveränderung, von kühlerer und wärmerer Umgebung bedingt mit die Art der Formbildung bei Pflanzen, Tieren und Menschen, bedingt bei Mangel Krankheit und Tod. 

Im Dunkel und Eis erstarrt alles Leben, alle Schwachen, Kinder und Greise bedürfen daher zur Erhaltung und Belebung Licht und Wärme in erster Ordnung. 

Das Licht scheidet Krankheitsstoffe aus und wirkt auflösend, besonders auf chronische Leiden, wie sie oft bei alten Leuten durch innere Festlagerungen von schlechten Stoffen vorkommen. 

Die Lichtstrahlen durchdringen wie die X-Strahlen zeigen, nicht nur die Haut und die Oberfläche des Körpers, sondern ganz besonders auch alle Weichteile, Gefäße, Nerven, Sehnen, Muskeln und Knochen mit einbegriffen. 

Die Knochen, Fußteile und dass von Metallen reich gefüllte Herzgefäß, werden von den Lichtstrahlen weniger durchdrungen, aber sie werden von denselben dafür desto mehr aufgesogen, und daher wird die Kraft und Wärme in den Knochen und festesten Körperteilen aufgespeichert.

In südlichen Ländern kleiden sich die Menschen so, dass sie teilweise oder oft ganz ihren Körper den Lichtstrahlen aussetzen können. 

In Mitteleuropa ist das anders, hier wird sich nicht nur übermäßig bekleidet, sondern der Körper wird oft in Bändern und Stricke eingeschnürt, und zwar so dicht und dunkel, dass die Lichtstrahlen von den dunklen Keiderstoffen aufgesogen werden und niemals wohltätig den Körper be- und durchstrahlen können.

Es ist also wichtig zu wissen, welche Kleiderstoffe und Farben für Schwache und Kranke zu wählen sind, um unter dem Einfluss der nicht von der Kleiderfarbe absorbierten Lichtstrahlen gesunden zu können; auch ist es nicht einerlei, welche Körperteile den Lichtstrahlen kurgemäß ausgesetzt werden müssen, ferner wie lange unter welchen Farbenbrechungen, unter welcher Intensivität usw.

Um die Licht- und Farbenheilkunde haben sich der Naturarzt Rikli in Florenz, Italien, und Prof. Babbit- New-York, sehr verdient gemacht.

Nächst der Helioda des Menschen, dem Lichte des menschlichen Körpers, ist das Licht der Sonne der bedeutendste Kraftspender für das organische Leben.



III. Wärme.

Der dritte große Heilfaktor neben Geisteslicht (Helioda) und Weltlicht (Sonnenlicht), ist die Wärme. 

Ohne einen gewissen Wärmegrad hören die Funktionen der Nieren, der Leber, des Magens, der Nerven und des Blutkreislaufes auf. 

Alles organische Leben bedingt Wärme zum Leben. 

Plötzliche oder andauernde Wärmeentziehung stört oder hindert das Wachstum der Pflanzen, das Gedeihen der Tiere und die Gesundheit der Menschen, die Furcht vor Erkältung ist eine wohl begründete und Schutz gegen andauernde Kälte erhält das Leben.

Nur die Art, wie übertrieben sich die Kulturmenschen in ihren Wohnräumen und Bekleidungen vor Erkältung zu schützen suchen, ist oft so unvernünftig, dass sie durch das Gegenteil, durch Überhitzung und Luftabsperrung, an Schwindsucht und Nervenschwäche zu Grunde gehen. 

Die Wärme muss daher in richtiger Weise dem Körper gewahrt bleiben. Richtige Wärmeregulierung ist für Gesunde und Kranke das Wichtigste zum Leben.

Wo Wärme ist, da ist Stoffwechsel, übertriebene Wärme ist übertriebener Stoffwechsel, wie z.B. Fieber. Verminderte Wärme, Störung im Stoffwechsel. 

Jede Art von Bekleidung, Kaltwasser, Luftkur, Wärmekur muss daher dem Individuum angemessen verordnet werden.

Wie die Helioda als Kraftspender, das Licht als Stoffwechselerreger wirkt, die Wärme vorzugsweise als Unterhalter und Rebulator des Stoffwechsels und daher auch als Lebenserhalter. 

Zur Unterhaltung der normalen Körperbedürfnisse dienen alle Faktoren, die dem Körper als Lebensbedürfnisse bekannt sind: dazu gehört nicht nur richtige Diät, Ruhe, Schlaf, Bewegung, Transpirationen, Atmung, Stuhl- und Urinabsonderung, sondern auch die richtige Wohnung, Kleidung, Klima, Freuden- wie Genussmittel.



IV. Atmosphäre, Luft, Klima.

Als vierter Heilfaktor im Bunde von Helioda, Licht und Wärme, ist die Luft, ohne Luft kann ebenfalls kein Leben gedeihen. 

Je nachdem aber die Luft beschaffen ist, trocken, feucht, kalt, warm, rein und miasmatisch, je nachdem gedeihen auch Pflanzen, Tiere und Menschen; man bezeichnet diese Beschaffenheit der Atmosphäre auch einfach mit dem Namen Klima.

Dass das Klima Einfluss auf Gesundheit und Krankheit hat, ist selbst von Medizinern eingestanden und zahlreiche Luftkurorte in sonnigen Gegenden, auf Bergen, und in Tälern, an Meeren, Küsten und See-Inseln beweisen diese Tatsache, dass ein geeignetes Klima oft schwere Krankheiten allein schon zu heiligen vermag. 

In dünner Luft, auf hohen Bergen bildet sich eine größere Lunge, ein reineres Blut, und Tuberkeln in der Lunge sterben ab. 

Tuberkeln werden nur durch Verdichtungen von Gasen in den Lungenspitzen, Knochen und Eingeweiden hervorgerufen. Wo verdünnte Luft hin dringt, da lösen sich Tuberkeln auf. 

Umgekehrt zeigen aber auch die Täler, wo eine verdichtete Atmosphäre herrscht, ein reiches Wachstum der Pflanzen; mehr Fülle und Reichtum der Blätter und Früchte zeigen die Gefilde der Ebene. 

Der Hochbergbewohner ist daher nüchterner, weniger zum Lebenswucher geneigt, wie Schwelgen und Prassen, weil der Luftdruck leichter ist, daher fühlt er sich weniger zu leidenschaftlichen Genüssen wie auch zu leidenschaftlichen Taten hingezogen. 

Der Hochbergbewohner ist edler und besonnener, leichter und froher, wie der Talbewohner, daher sind alle Bergvölker natürlicher und kindlicher, wie die Bewohner der Ebene. 

Wo aber der stärkste Luftdruck ist und öfters Luftwechsel durch starke Winde, wie an Bergabhängen, da wohnt auch ein leidenschaftliches Volk, weil Blut und Nerven mehr erregt, gedrückt und gepresst werden durch die Atmosphäre. 

In tiefen Talkesseln wird der Mensch wieder stumpfer und gleichgültiger, wie an Höhenzügen, und je nach Lage und Klima entstehen und verschwinden Krankheiten. 

Bekanntlich gibt es gewisse Fieber- und epidemische Krankheiten, die nur in bestimmten Gegenden regelmäßig von Zeit zu Zeit auftauchen und auch wieder verschwinden, z.B. Cholera, Pest, Aussatz, gelbes Fieber, Malaria, Influenza, diese sind fast durchweg klimatische Krankheiten.

Ich kannte eine gesunde Dame, Frau eines Staatsbeamten, der von Düsseldorf nach Halle versetzt war; diese Frau zog sich durch die klimatische Veränderung ein derartiges Lungen- und Herzleiden zu, dass sie, durch schwerste asthmatische Erscheinungen, die sich einstellten, zwischen Leben und Tod schwebte, kein Arzt konnte ihr helfen und so musste sie wieder zurück in die Rheinluft befördert werden, wo sie genas; erst später siedelte sie zu Mann und Kindern nach Halle über, wo sie durch allmähliche Gewöhnung an das Klima, indem sie alle 8 Tage 20 Kilometer weit fuhr und daselbst eine Woche verweilte, bis sie nach und nach das Klima Halles ertrug, gesund wurde und blieb.

Bei Schwindsucht und Krankheiten, wie Fettsucht, Geschwüre, Krebs, Skrophulose, welche aus verdicktem Blute und Mangel an Stoffwechsel hervorgingen, da ist Frühlingsluft (Bergluft) am Platze; durch Auszehrung und Krankheiten welche auf Verdünnungen des Blutes beruhen, da ist Seeluft, Talnebel und Herbstluft heilsam.

Man kann aber auch künstlich die Atmosphäre zu einem Heilmittel umwandeln an jedem beliebigen Orte:

a) Z.B. kann man durch Inhalationsapparate gereinigte verdünnte Luft herstellen und diese bei Lungengereinigte verdünnte Luft herstellen und diese bei Lungen-, Hals- und Herzleiden anwenden. 

Einen geeigneten Apparat, der für weniger bemittelte Kranke, die keine Luftkurorte besuchen können, sehr empfehlenswert ist, habe ich konstruiert und tut besonders bei Lungenkataarh-Spitzenverdichtung, Skrophulose und Asthma gute Dienste. 

Durch Inhalieren und Extraktivstoffen kann Blutarmut, Nerven- und Gehirnleiden gehoben werden;

b) Durch Zerstäubung von Extraktivstoffen und Wohlgerüchen kann die Luft gesundheitlich verbessert werden;

c) Durch Trockenluftbäder kann bei Ansammlung von Wasser im Körper vorteilhaft eingewirkt, und ein Nieren-, Haut- oder Blasenleiden zur selbstständigen Heilungstendenz angeregt werden.

Von vorzüglicher Wirkung sind die Sitz- und Liegedampfbäder, wobei der Kopf frei bleibt, so dass nur der Körper vom Gesichte abwärts in warmen oder heißen Wasserdämpfen gedämpft wird, wobei der Vorteil besteht, dass die Gehirn-, Hals- und Lungenorgane in reiner Luft bleiben und nicht den starken Affektionen ausgesetzt werden, wie in den römisch-irischen Badeanstalten, welche oft von Medizinern verordnet und von unwissenden Wärtern gegeben werden.

Diese Dampfbäder milderer Form, welche erst die Naturheilkunde eingeführt hat, üben eine oft wunderbare heilsame Wirkung aus, bei Rheuma, Gicht und kaltem Fieber, Influenza, Hautleiden, Stauungen, Verstopfungen und Zirkulationsstörungen, Melancholie und Missbehagen, sowie allen katarrhischen Erkältungskrankheiten, feuchte Wärme löst und lockert die Krankheitsstoffe im Körper, belebt die Nerven, öffnet die Poren der Haut und sonstiger Ausscheidungsorgane und macht den Körper wohl und lebensmunter.

Wichtig hierbei ist jedoch, dass die Wärme ganz der Körperkraft angemessen allmählich gesteigert und reguliert wird, was stets von einer zweiten Person gewissenhaft auszuführen ist.

Eine gründliche Durchwärmung des Körpers genügt. Keine Durchhitzung, keine Schwitzbäder sollen die Dampfbäder sein, sobald der Schweiß im Gesichte ausbricht, soll bald darauf der Patient das Dampfbad verlassen, tritt Herzklopfen ein, schon früher. 

Nach dem Dampfbade ist eine schnelle milde kühle Abwaschung des ganzen Körpers der beste Abschluss. Eventuell ein mildes Rumpf- oder Halsbad. 

Nach Dampfbäder kalte Duschen und kalte Ganzbäder vermeide man, desgleichen Massagen. Behagliche Ruhe ist das Beste nach dieser Prozedur und darauf eine Stunde Bewegung, bevor man eine Mahlzeit zu sich nimmt. 

Man trinke während der Ruhestunde mäßig frisches Wasser und vermeide Tabak, Cognac, Bier, Tee, Kaffee, überhaupt Alkohol jeder Art und enthalte sich gänzlich des Essens, dann erst wirkt das Bad wohltätig.

Dass auch Rauchbäder unter Umständen heilend wirken, ist kaum bekannt, und doch werden solche in verschiedenen Landgegenden mit Erfolg angewandt als Schutzmittel gegen Pocken, Typhus, Cholera, Blattrose, Scharlach und Diphteritis; doch können diese nur ganz kräftige, reaktionsfähige Leute vertragen. 

Für Kinder, Greise, Städter und sehr leidende sind sie nicht zweckdienlich, es sei denn unter geeigneter naturärztlicher Leitung.

Levitating Stone
(Hinzugefügt)
Der religiöse Brauch des Weihräuchern hat einen tiefgründigen hygienischen Wert, vorausgesetzt, dass antiseptische und wohlriechende Substanzen verräuchert werden.



Erstellt 1999. Update 18. April 2007
© Medical-Manager Wolfgang Timm
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Die  Kronen symbolisieren die höhere Natur in jedem Menschen, sein individueller potentieller innerer Adel. Jedermann ist verpflichtet seinen inneren Adel nach Albrecht Dürer und Carl Huter zu heben. Die psycho-physiologische Naturheilkunde             Bearbeitung: Medical-Manager Wolfgang Timm
 
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