Freimaurer-Schweden - Part 2
 
Bearbeitung: Medical-Manager Wolfgang Timm

Fortsetzung

Raffael, der König der Maler

Raffael, der König der Maler, lag im genialen und idealen Naturell
Grundlagen der Menschenkenntnis Bd.1. Amandus Kupfer 1919

Zentrierung
• VII-X: Der Kreis um M (r=MK) misst den Umfang der Apsis ab, die mit ihren vielen Strahlen auf M (Schlusstein) weist (Zentrierung, Abb.).

Apsis und 'Zentrierung'	Idealgrundriß ''6'' u. '7'	Idealgrundriß '9' u. '11'

• 6: A, B, D teilen den großen Kreis in einen sechstelligen (Hexagramm: Beziehung oben-unten. Abb.)
• 7: Quadrat und gleichseitiges Dreieck im Kreis bilden die Figur 'Viereck und Dreieck', '4+3' ('7': der vollkommene Mensch, Abb.).

9 und 11
• 9: Die drei gleichseitigen Dreiecke bedeuten '3 mal 3' (welches die Formel für den 'dreifach großen Baumeister der Welt' ist, Abb.).

Der Weg von Westen nach Osten	          Kubus. Seil und Kran              Dom-Kran. Köln

• 11: Von D nach T sind es rechtsdrehend auf dem Kreis 11 Einheiten. Lasse ich also den Bogen DT aus, so stelle ich mir 'rechts oben' (DT), d.i. im Süd-Osten eine Öffnung vor, durch die kosmische Figur einstrahlen kann – und das Ergebnis als Reactio, die '11' ist als '1+1' Gottes eingeborener Sohn (Abb.).

Schule von Athen - Euklid


Formel der Gotik

Soweit sehen wir die Ausgangslage des vorzustellenden Traditionsweges. Die skizzierte Grundformel erfüllt sicherlich die Forderung von Hahnloser, man solle die Bauhütten-Geometrie nicht unnötig komplizieren (s.258). Und zugleich mit dieser 'Formel der Gotik' sahen wir das in ihr angelegte 'Instrument der Menschenbildung' (die Erkenntnisstufen, Grade) und eine Kurzfassung von Schöpfungszusammenhang (9-11, Vater: Sohn) und Erkenntiszusammenhang (6-7, Blick auf 'oben-unten': vollkommener Mensch).

[Anmerkung Wolfgang Timm: 9/11 2001 WTC, New York; Pentagon, Washington DC]



DÜRER´s Verbindung zwischen Dombauhütten und wissenden Malern 

Dürer zeigt uns wesentliche Inhalte der Bauhüttenweisheit in den Meisterstichen (siehe raum&zeit Nr. 74): (I) Fünfeck auf rechtwinkligem Stein; (II, III) Sechseck (Hexagramm, Kubus); (IV-VI) Andreaskreuz im Kreis, Baukran und Pyramide, (VII-X) Tetraktys-Mitte, Doppelspirale, Zentrierung.

Bild

Albrecht Dürer: Madonnenbilnisse
Und seine Madonnenbildnisse (siehe raum&zeit Nr.75) zeigen das 'Herzstück des Ordens', nämlich die Bedeutung der Andreasloge. Dürers letzte Madonna mit ihrer geistigen Perspektive (der Entsprechung von drittem Auge der Dargestellten zum dritten Auge des Betrachters) fordert den Betrachter in geistiger Weise, bezieht ihn mit ein. Die Gestalt des Betrachters bedeutet geometrisch im Sinne des ersten und grundlegendsten Zeichens das Lehrlingszeichen des rechten Winkels. 'Wir legen die rechtwinklig gestellte Hand an unseren Hals, ziehen sie dann waagerecht nach rechts und lassen sie dann senkrecht niederfallen' (Hieber, 38).


Bild


Somit ist geometrisch insgesamt gemeint: Der Kubus, die von einer Kubusecke aufsteigende Linie W.-St.-Sch. wie ein Tau – und darüber der große Winkel wie ein Baukran (Abb.), was dem Schritt vom Norden zum Osten entspricht (Abb). Das deutet auf die zentrale Arbeit der Erhebung in der Andreasloge.

                                       
Kirchenschema und '7 zu 7'                                    Bildschema '7 zu 7'

Dürer, der sich also in den Inhalten der gotischen Bauhütte auskannte, formte nun das Verbindungsglied (missing link, siehe raum&zeit Nr.75, s.103-107), indem er den Kirchengrundriß (Kirchen-Schema) und die Figur der Verborgenen Geometrie mit ihren neun Punkten (Bild-Schema) in seinem ersten Madonnenbild nebeneinander anbrachte. Beide nebeneinander liegende Figuren lassen sich nun als ähnliche und verwandte Figuren beschreiben, sie sind ineinander liegend vorstellbar (Abb.).

Siebengeteilt
Der Unterschied ist nur der, dass der Punkt C (im Kirchenschema) leicht verschoben wird. Dadurch wird die Strecke AB nicht mehr symmetrisch durch C eingeteilt, also halbiert, sondern AB wird nun durch R. im Verhältnis von 4 zu 3 eingeteilt, sie wird also siebengeteilt. 

Und damit liegen nun nicht nur in der Höhe 7 Einheiten vor (AN zu ND wie ca. 4 zu 3, entsprechend W.ST. zu St.Sch., wie 4 zu 3), sondern auch in der Breite. 
[Anmerkung Wolfgang Timm: 9/11 2001 WTC, New York: Building wtc 7 collapsed after two towers]

Rastermuster
Somit ist ein kleinteiliges Raster geschaffen. Aus der besonderen Gestalt des Kirchenschemas wird also ein unendlich fortsetzbares Raster-Muster des Bildschemas (s. Abb.). 

Gegenüber der festgelegten Gestalt ist solch ein Muster unendlich variabel in der Benutzung der freien Schnittstellen für mögliche Punkte. 

Damit wird eine variationsreiche geometrische Sprache ermöglicht.

Zur praktischen Arbeit mit diesem Schema sei zur Erleichterung erwähnt, dass dieses Schema aufgebaut oder erkannt wird mit Hilfe der vier Punkte/Orte W., St., Sch., R., indem in der Höhe vier Felder zwischen W. und St. und drei Felder zwischen St. und Sch. gesetzt oder gesehen werden, und R. links von St. gesetzt oder gesehen wird. Zwischen R. und St. liegen immer drei Felder in der Breite. 

Damit steht der Raster. Alles andere muss sich dem einfügen.


Albrecht Dürer und die Verborgene Geometrie

Danach hat Dürer die Verborgene Geometrie der gotischen Bauhütten nicht nur übernommen in einer Zeit, als keine weiteren Großbauten mehr entstanden (und der später so genannte gotische Stil seinem Ende zuging), sondern er hat zugleich ein differenziert benutzbares Bildschema in der Verborgenen Geometrie geschaffen (siehe raum&zeit Nr.72, Raffael). 

Er 'demokratisierte' angesichts der expandierenden Druckkunst (Erfindung der Tiefdruckkunst um die Mitte des 15. Jhs.) die Gedanken der Dombaukunst, zugleich erweiterte er deren Ausdrucksmöglichkeit. 

Man konnte sich seine gotisch abstammende, versteckt und individuell variiert gesprochene Botschaft zu Hause an die  Wand nageln (ohne Gewähr für´s Verstehen – und dieser geschäftliche Ausschluss gilt bis heute).

Offensichtlich wurde Dürers Verborgene Geometrie (die er erfand oder vielleicht auch nur wiedererweckte) weitergegeben an andere 'wissende Maler' wie Raffael, Leonardo, Bosch, Cranach, Rubens, Rembrandt, Boucher.

Stätten der Traditionspflege müssen existiert haben: die Werkstätten der Meister, die St.-Lucas-Bruderschaften, die Maler-Gilden? 

Es ist anzunehmen, dass das Wissen um die 'Verborgene Geometrie' nur mündlich weitergegeben wurde. 


Albrecht Dürer: Melancholie I

Da Dürer in seinem Melancholie-Stich links alchimistische Geräte (Schmelztiegel und Ofen) darstellt und alchimistische Bedeutungen vermittelt, so mag das folgende Zitat, das Alchimisten betrifft, auch auf ihn als Maler zutreffen: 'Dieses ist der Stücken eines, so die Weisen  niemals zu schreiben sich erkühnet, sondern ihren würdigen Schülern von Mund zu Mund eröffnet haben' (Biedermann, 58).


Zur modernen Freimaurerei, insbesondere der schwedischen 
'Zwar ist es wahr, dass ... die Freimaurerei keine geheime Gesellschaft ist – aber sie ist eine geschlossene Gesellschaft' (Mellor, 49, Lennhoff, Sp. 601). Sie hat auch keine Geheimnisse, nur der Einzelne habe eins im rituellen Erleben (Lennhoff, Sp. 575). So kann ich berichten, was bereits gedruckt wurde, nämlich aus der Feder

a)	von den Freimaurern und positiven Verfechtern: E. Lennhoff und O. Posner (1932). O. Winkelmüller (nach 1961), K.C.F. Feddersen (1986-1991)
b)	von den Neutralen, Nichtmaurer: A. Mellor (1980),
c)	von den Freimaurer-Gegnern: Abbé G.L.C. Pérau und Abbe Larudan (1745-1746).

1717: Großloge von London
'Das Freimaurertum ist in seiner gegenwärtigen Verfassung 1717 in England konstituiert' (Lennhoff, Sp.600) als sich vier Logen in London zur Großloge von London zusammenschlossen. 

8.6.1600: Erster 'Angenommene Maurer', Accepted Mason
Vorausgegangen war ein langer Entwicklungsweg, auf dem in die örtlichen Baukorporationen (zu den 'Freemasons') fachfremde Männer gehobener Stände eintraten ('Angenommene Maurer', Accepted Masons), die mit ihrem aufgeklärten Gedankengut jenes der alten Werklogen weitgehend verdrängten (Winkelm. S.28). 'Am 8.6.1600 wird die erste Aufnahme eines spekulativen – angenommenen – Maurers in der Loge Mary`s Chapel Edinburg Nr.1 historisch belegt' (Winkelm. S.28). 

Neugründungen von Gesellschaften hätten seitens Regierung und Parlament Verdacht erregen können. So bediente man sich der bestehenden Werklogen: 'Unter ihrem Deckmantel konnten sich die neuen freigeistigen Ideen tarnen' (Winkelm. 28). 

1646: Bestehen einer rein spekulativen Loge in Cromwellzeit
Und 'es ist interessant, schon 1646 das Bestehen einer rein spekulativen Loge... festzustellen... mitten in der Cromwellzeit, wo doch nur Eisen und Feuer regierten...' (Mellor, 32) 
[Anmerkung Timm: Vergleiche Amandus Kupfer: Der gute Menschenkenner. 1932. Schwaig bei Nürnberg - in Bezug auf Vergleich Adolf Hitler und Cromwell).

Cromwell: „DgM“ Nr. 2. 1932. Hrsg. Amandus Kupfer. Schwaig bei Nürnberg

Winkelmüller beschreibt eine List, die das Recht des noch Neuen und Schwachen gegen das Bestehende zu sein scheint. Mellor verwundert deren Gelingen. Pérau erklärt die eigentliche List:

Cromwell
'Cromwell gab seiner Gesellschaft den Namen des Freymäurer-Ordens, weil er willens war, ein neues Gebäude aufzuführen, das ist, das menschliche Geschlecht zu bessern, die Könige und Potentaten aber, deren Geissel er war, auszurotten. 

Um nun seinen Anhängern einen deutlichen Begriff von diesem Vorsatze zu machen, stellte er ihnen die Wiederaufbauung des Tempels Salomons vor' (Pérau II, 22).

Pérau deutet den Salomonischen Tempel als friedlichen Urzustand des Herzens, Zerstörung und Sklaverei sind Hoffahrt und Ehrgeiz, das zerstörende Heer sind die Könige, die Fürsten, die den neuen Tempel bauen, 'sind die Freymäurer, welche der Welt ihr erstes Ansehen wieder herstellen sollen' (II, 24).

'Allein wir kommen wieder auf die Freyheit und Gleichheit, so durch den Tempel Solomons vorgestellt worden. Diese wesentlichen Eigenschaften, sagen die Freymäurer, so von der menschlichen Natur nicht getrennt werden können, sind ihm von dem Schöpfer nicht anders als ein Eigenthum, darüber niemand das geringste Recht hat, gegeben worden' (II, 25)

'Der Orden ist allzubehutsam, und allzu fein... dieser Tempel, Salomons, diese Freyheit und Gleichheit gehet bloß die Loge an und erstreckt sich nicht weiter: man redet nicht mehr von Empörung... Man spricht von nichts als von Pflichten, so man beobachten, von Gott, den man erkennen, den Tugenden, so man ausüben, und der Treue, so man denen Oberen erzeigen müsse... Mit einem Wort, die Gesellschaft hat keinen anderen Endzweck, als die Furcht des Höchsten...' (II, 32).

'Betrügerische Reden, verführerische Lockungen... man kann dieses mit Recht nennen, den Rand des Gift-Bechers mit einem köstlichen Safte bestreichen' (II, 33).

'Die Gesellschaft hat sich über dieses sehr geändert, und man findet, dass sie... die großen Absichten, um derer willen sie errichtet worden, aus der Acht gelassen, und an ihrer Statt bloß an der Tafel, der Gesellschaft, und an besonderen Zusammenkünften Belieben gefunden' (II, Vorrede).

'Die Freymäurer wollen trinken, essen und sich lustig machen...' (I, 16).

'Die Freymäurer folgen hierinnen, gleichwie durchgehends, dem verschlagenen Cromwell vollkommen nach. Da selbiger im Jahr 1653 die höchste Gewalt an sich zu reißen suchte, so redete er anfangs sehr hefftig, wie unnütz die Königliche Macht, und was sie vor das Reich vor eine Last wäre... Der ausserordentliche Mann, den man, ohne große Mühe, den Thron dreyer Reiche besteigen sehen, und der, ohne den Königlichen Titel zu führen, mehr Ansehen und Gewalt, als iemals ein König vor ihm gehabt, besessen. Die Mittel, die er angewendet, sind ein tiefes Stillschweigen, viel List, Entzückung, und eine erstaunliche Verstellung gewesen. Und was sind die Stützen der Freymäurer? Sind es nicht eben diese Qualitäten, und eben diese Aufführungen?' (Pérau II, 290, 291).

Der gute Menschenekenner Nr.2. Amandus Kupfer. Schwaig bei Nürnberg. 1932

(Anmerkung Timm: Erstaunliche Parallele Cromwell zu Adolf Hitler. Siehe „Der Gute Menschenkenner Nr. 2. Hrsg. Amandus Kupfer. Schwaig bei Nürnberg. 1932. Amandus Kupfer stellt die Frage - ohne eine direkte Antwort zu geben: Ist Adolf Hitler eine Cromwellnatur?. Hinzu zieht man das Buch von 1941, hier in web in Rubrik „Licht“, erstmals frei und vollständig im Internet seit Sommer 2006. Die Abwehrschrift und Gedenkschrift von Käthe Kupfer aus dem Jahr 1962 ist zu berücksichtigen. Vollständige Digital-Ausgabe hier in Rubrik „Menschenkenner“ - Neuherausgeber W. Timm).

Die drei Geschichtsschreiber aus den drei Lagern sagen also a) wie geschickt die neuen Ideen sich ein Forum schufen, b) wie erstaunlich dieses gelang, c) wie damit im Sinne der eigenen/persönlichen Macht gearbeitet wurde. – Nach dieser Moralprobe nun weiter in der Historie:

Der Weg der Freimaurerei 
'Seit die spekulative Freimaurerei im Jahre 1725 von England nach Frankreich gebracht wurde und sich dort verbreitete, wurden mehrere Schweden, besonders Offiziere, die sich dort aufhielten, in französische Logen aufgenommen. Als erster unserer Landsleute muss hier Graf Axel Ericson Wrede-Sparre genannt werden, der am 4. Mai 1731 in Paris zum Freimaurer aufgenommen wurde' (Sch. 9).

Graf Wrede-Sperre (1708-1772) gründete um 1735 eine Loge in Stockholm, die bis etwa 1746 gearbeitet haben soll. Eine Gründungsvollmacht einer Mutterloge soll er nicht besessen haben. In dieser Loge wurde u.a. Oberintendent (später Reichsrat) Graf C.G. Tessin 1735 aufgenommen, dass diese Loge nach französischem Ritus arbeitete (Sch. 10). Graf Tessin war schwedischer Botschafter in Paris von 1739 bis 1742. Er war in Paris ein gesellschaftlicher Mittelpunkt (Fred. VII, 88, 90).

1737 wurde der schwedische Offizier Freiherr Carl Fredrik Scheffer in Paris zum Freimaurer aufgenommen, wo er seine Johannis- und auch Schottengrade (Andreasgrade) erhielt. Freiherr (seit 1766 Graf) Scheffer (1715-1786) war 1743 schwedischer Gesandter in Paris (Sch. 11). 'Weiterhin erhielt Scheffer die Allgemeinen Gesetze der Freimaurer..., um sie in der durch Graf Wrede-Sparre in Stockholm gegründeten Freimaurerloge anzuwenden' (Sch. 12, s. Fred. VII, 100).

Einen Einblick in das französische Ritual jener Zeit geben uns die Verräterschriften des Abbé Pérau von 1745/46. Er beschreibt die Grade. Die Kupferstiche von den Arbeitstafeln (ATs) hat er für seine Schrift anfertigen lassen. In den Logen wurde zu jener Zeit noch die AT mit Kreide auf den Fußboden gezeichnet (II. 117, 119, 136, 331):

AT im Johannis-Gesellengrad.	 AT im Johannis-Meistergrad.	 AT in der Andreasloge

1.	Diener oder Aufwärter (Bruder-Diener) (II, 113ff) mit einem verkürzten Lehrlings-Ritual, mit einer eigenen Arbeitstafel, die ihn weniger zur Erkenntnis anhalten soll (der Logen-Meister sitzt im Süden/Leben und nicht im Osten/Licht), als vielmehr zur Arbeit (mit Joch, Hebbaum und Karre) (Pla. I nach S. II, 136). Die Diener mussten sich einer freimaurerischen Aufnahme unterziehen (Eid: Gehorsam...). Da die drei Johannisgrade (folgend 2., 3., 4.) in Schweden den französischen entsprachen (Fred. VII, 103), werden diese nur kurz anhand der ATs angesprochen:

2.	Der Lehrling (I, 20, II, 238) ist nicht mit einer AT vertreten. Sie ähnelt aber der des Gesellen. Nun hat sie nicht die Bezeichnung 'B' (rechte Säule Boas), auch nicht die Stufen und nicht den Knoten im Vereinigungsband, der sich bei Zug auflöst (seiner zieht sich fest).

3.	Der Geselle (I, 46, II, 249) ersteigt die sieben Stufen der Tugend, lernt die Prinzipien von Jakin und Boas (J erdgerichtet und B himmelsstrebend) und beareitet seinen rauhen Stein (Pl. I, nach S. I, 36, Abb.)

4.	Der Meister (I, 73, II, 263) beklagt den Tod Hirams (d.i. der Verlust der Freiheit, II, 273) und geht im Dreischritt über den Sarg gen Osten. Er macht Zeichnungen/Risse für den Wiederaufbau des Tempels (II, 270). Sodann sagt man: Unser Baumeister ist wiederauferstanden, er lebt (II, 271) (Pl. IV, nach S. I, 74, Abb.)

Die Platte IV (Pla. IV, nach S. II, 266, Abb) zeigt Inhalte, die heute in der Andreasloge untergebracht sind: 'Die Finsternisse der Sonne, der Sterne, und des Mondes bedeuten die Irrtümer in der Religion, die Unwissenheit und Leichtsinnigkeit, die beständig die Menschen unter dem Joch und in ihrem Elend halten und unglücklich machen' (II, 273). Und: den zerstörten Tempel, d.i. die zerstörte Freiheit (II, 273): Mauerlöcher, umgestürzt sind Säulen, Hütte und Altar (II, 267).

5.	'Von den Baumeistern oder Schotten' (II, 280ff). Nachdem die Maurer in den Graden der Johannisloge geprüft wurden, ob sie zu dieser Erkenntnisstufe geeignet seien, wird ihnen der Endzweck vorgestellt (II, 281): Die AT (Pla. V, nach S. II, 284, Abb.) zeigt fünf Tiere. A der Fuchs steht für die Verschlagenheit, B der Affe für die Nachahmung, C der Löwe für den Mut (mit 2 kreuzweise liegenden Degen), D der Pelikan für Großmut und Zärtlichkeit. E die Taube für Friedfertigkeit, Vorbild der goldenen Zeiten und angenehmen Tage (II, 286-287). Ihr Gebäude gründet 'auf dem Fuchs, dem Affen und Löwen' (II, 309). Die Einwohner 'ernehren den Pelikan und die Taube' mit Worten (II, 309, 310). Auf der Grundlage von List, Verstellung und Gewalt leistet man sich rhetorisch Liebe und Frieden.

AT in der Andreasloge

Man bemüht sich, die Kandidaten 'an ihre Begriffe und die Beförderung ihrer Vortheile anzugewöhnen. Das ist der Endzweck, wo ihr feines Wesen, vermittels dieser vorgegebenen Entzückungen, die der Narrheit so ähnlich sind, eigentlich hin gehet' (II, 284, 285). 'Ich habe aus ihren Reden geschlossen, dass das Betragen der Gesellschaft den Aufführungen Cromwells allemal ähnlich sey' (II, 300).

1752 gründete der Hauptmann Graf Knut Carlsson Posse mit französischer Vollmacht die erste rechtmäßige Loge, die Johannisloge St. Jean Auxiliaire (Schwedens sogenannte Mutterloge) (Sch. 7, 15), Posse (1719-1771) wurde 1746 und 1747 in Metz in die Johannisgrade aufgenommen, und er wurde 1748 in Straßburg Lehrling in der Schottischen Loge, dann 1750 in Köln Schottischer Meister (Sch. 15). In diese erste rechtmäßige (durch Gründungsvollmacht legitimierte) Loge, die schon sieben Grade bearbeitete, traten über: Freiherr C.F. Scheffer, Graf C.G. Tessin, Graf Wrede-Sparre (Sch. 17).

1753 wird Freiherr Scheffer Landesgroßmeister. Das Amt bot man zuvor Graf Tessin an, der aber ablehnte (Sch. 19).

1756 wird die älteste schwedische St. Andreasloge, L`Innocente, vom Kanzleirat C.F. Eckleff gegründet (Sch. 7, 35). Eckleff (1723-1784) wurde um 1752 Freimaurer (Sch. 36). Seine Andreasloge arbeitete offenbar in den ersten Jahren sehr selten (Sch. 37). Eckleff soll von Posse Akten aus Straßburg erhalten haben (Fred. V, 67, 90), die 'höchstwahrscheinlich' benutzt wurden (Fred. VII, 97). Und erhielt Akten aus Genf, die aber dort noch keinem Kapitel zugeordnet werden können (Fred. V, 91). 'Die nächsten Jahre benutzte Eckleff dazu, diese Grade (Johannisgrade, Andreasgrade, Kapitelgrade, der Verf.) zu gestalten' (Fred. V, 93). Seine Quellen sind also unklar.

1759 wird das schwedische Großkapitel L`Innocent (Chapitre illuminé de Stockholm) von Eckleff gegründet kraft der Dokumente (Vollmacht, Vorschrift, Zeremoniell), die er von einem ausländischen Großkapitel erhalten hatte, das aber unbekannt ist (Sch. 8, 46). Er wurde Ordensmeister (Sch. 48). 'Ob die weiterführenden Grad, die der Graf K.C. Posse nach Schweden brachte, als Vorläufer von Kapitelgraden anzusehen sind, ist bis heute nicht sicher entschieden' (Fred. 5, 90). 1760 Eckleff gründet 'Sjunde St. Johanneslogen', 'Die siebte St. Johannisloge' (Sch. 8, 48), eine Symbolische Loge (Lennhoff 1428). 1760 wird die schwedische Große Landesloge eingesetzt (aber wohl erst 1761 richtig organisiert), der als Landesgroßmeister Freiherr C.F. Scheffer vorstand. Sie befasste sich  mit Angelegenheiten der St. Johannislogen (Scb. 8, 49, 50).

'1762 gab König Adolf Friedrich bekannt, dass er die Obermeisterschaft aller Freimaurervereinigungen im Reich, d.h. das Protektorat, übernehme' (Lennhoff, Sp. 1427).


Das schwedische Freimaurersystem - das einzige christliche in der ganzen Welt

'Das schwedische Freimaurersystem – das einzige christliche in der ganzen Welt – hat seine Wurzeln in Frankreich und ist sozusagen geboren mit Hochgraden, ist jedoch entwickelt in Schweden von dem Kanzleirat C.F. Eckleff' (Fred. III, 18).

'Erst in den Schottengraden der Andreasloge und im Kapitel geht Eckleff eigene Wege... Wir können festhalten, dass die drei Johannisgrade weitgehend den in Frankreich modifizierten Ritualen entsprechen. Sie waren recht nüchtern und hatten zum Inhalt den Freimaurer zu einem sittlichen Lebenswandel zu bewegen. Wenngleich seit jeher Gott als der Große Baumeister der Welt und ein christlicher Glaube als Voraussetzung der Aufnahme zum Freimaurer gefordert wurden, so hatten diese alten Rituale wenig damit zu tun, dass man nach Sinn und Inhalt eines Menschenlebens fragte, vielmehr überwog das gesellige, brüderliche Beisammensein' (Fred. VII, 104).


Offene Frage: wie sind diese höheren Grade nach Schweden gekommen?

'Bisher ist aber noch nicht bekannt, wie diese höheren Grade nach Schweden gekommen sind' (Fred. VII, 96).

Winkelmüller sieht die Entwicklung ähnlich: 'Nach den Dokumenten haben Philosophie und Symbolik in der Werkmaurerei und auch bei den angenommenen Maurern zu Anfang des XVIII. so gut wie keine Rolle gespielt. Hier hat Boos offenbar recht, insofern er schon immer behauptet hat, dass die englische Logen 1717 noch keinerlei geistige Bestrebungen hätten... Die Symbolik an sich hat zweifellos ein sehr ehrwürdiges Alter und eine lange Geschichte. Anhand des Beweismaterials kann aber festgestellt werden, dass sie erst verhältnismäßig spät in die Frm. hineingebracht worden ist' (S.29). 'Erst 1769 erscheint von Wellins Calcott eine Schrift... Und 1775,  William Hutchinson Geist der Freimaurerei. Das sind die ersten Werke über Symbolik und Philosophie der Frm. in England’ (S.29).

    
Insgesamt ist also fraglich, wie die symbolischen Inhalte in die spekulative Freimaurerei und insbesondere in das Schwedische System und so in den FO gelangt sind. Auffällig ist, dass das Mutterland der Freimaurerei, England, anscheinend als letztes zur symbolischen gefunden hat, noch ca. zehn Jahre nach Schweden.

Levitating Stone
(Hinzugefügt)

Der Lösung treten wir näher, wenn wir neben die Ausführungen zur Geschichte der schwedischen Freimaurerei die Geschichte des Künstler und Freimaurers Francois Boucher halten.




Erstellt 2003. Update 4. Juli 2007
© Medical-Manager Wolfgang Timm
Fortsetzung 

Die  Kronen symbolisieren die höhere Natur in jedem Menschen, sein individueller potentieller innerer Adel. Jedermann ist verpflichtet seinen inneren Adel nach Albrecht Dürer und Carl Huter zu heben.
Quicktime-Movie: Who killed John F. Kennedy, 22.11.1963 - Part 3 von 4        19.5 mb. 23:12 min.
 
Freimaurer - Schweden