Die Sprache der Augen / Le Langage des Yeux - Part 5
 
Forstsetzung

3.TEIL

Lebensausdruck der Augenlider

Bild 24. Die Korrespondenzen der Augenlider

Eine kleine Abschweifung vom Studium der Blickrichtung soll unsere Aufmerksamkeit auf die Augenlider richten, siehe Bild 24.

Bild 24 deutet die Zusammenhänge der Augenlider mit dem inneren Körper an, wozu eine kleine Erklärung nötig ist.

Wir wissen, daß Leben und Formenbau des Körpers auf der ordnungsmäßigen Lagerung und Richtung der verschiedenen Natur- und Lebenskräfte beruhen.

Die oberste Leit- und Richtkraft ist die von Huter im Strahlkörperchen jeder Zelle nachgewiesene strahlende Lebenskraft «Helioda».

Aus den Zellen und Organen wachsen die Nerven hervor, die im Prinzip ihre Endung bzw. ihre Endpole in dem Faserbau von millionenfachen Nerven des Augensterns finden. Daher kommt im Auge auf dem Wege der Strahlung das innere Leben zum Ausdruck.

Im Augenstern - der Iris, lagern und richten sich die Nervenfasern in höchster Ordnung, so daß jedes Organ mit seinen besonderen Lebensfunktionen darin seinen bestimmten Nervenplatz und Strahlpol findet.

So ist es zu verstehen, daß der architektonische Bauplan des ganzen Körpers am vollendetsten in der Iris zum Ausdruck kommt.

(Um diesen Aufbau der Iris im Zusammenhang mit der Naturentwicklung nachzuweisen und in Form eines architektonischen Planes darzustellen, hat Huter 30 Jahre mühsamste Arbeit benötigt.)

Danach hat jeder Teil der Iris seine besondere Lebensbedeutung, und wenn man sich vergegenwärtigt, daß alle Teile der Augen und Lider in Wirklichkeit wunderbare Gebäude von Zellen, Atomen und Molekülen sind, so kann man sich denken, daß die Kraftrichtungen die Iris überstrahlen und auf die Lider, die das Auge überdachen, übertragen werden.

Daher haben auch die Lider für den Lebensausdruck eine natürliche Bedeutung, die in der nebenstehenden Zeichnung nur ganz kurz angedeutet werden konnte.

Im engeren Sinne ist das Auge der sichtbare Ausdruck des Gehirn- und Geisteslebens, und ganz dem natürlichen Bau entsprechend haben die oberen Augenlider im Prinzip eine andere Bedeutung als die unteren, unbeschadet der Ganzheit von Leben, Seele und Geist. Vielleicht werden diese bisher nicht beachteten Tatsachen durch ein Beispiel verständlich! Kirschbäume auf Sandboden haben oft Zweige, die nach der Blüte verdorren, das liegt an einzelnen Wurzeln, die nicht genügend Nahrung im Boden finden und absterben. So wie an den Strahlpolen, den Ästen und Zweigen, die Lebensvorgänge der Wurzeln sich widerspiegeln, so ist die Korrespondenz des Auges und seiner Umgebung mit den Lebensvorgängen der inneren Organe.

Die oberen Augenlider stehen vornehmlich mit dem Leben des Großhirns in Verbindung, also mit den Teilen des Gehirns, die von Stirn und Oberhaupt umschlossen sind.

Treten z. B. im oberen Gehirn die Organe für das religiöse Empfinden immer mehr außer Tätigkeit, so hat das auf die Formbildung der oberen Augenlider, ihre Bewegung und ihren Ausdruck einen sichtbaren Einfluß, mehr noch natürlich auf das Auge und die Iris selbst.

Anders ist die Korrespondenz der unteren Augenlider, diese stehen entsprechend ihrer natürlichen Lage mit dem Leben des Kleinhirns, das im Hinterhaupt liegt und nach dem Nacken zu ausstrahlt, vorwiegend in Beziehung.

Die feinen Gewebe, welche unmittelbar über den oberen Augenlidern liegen, quellen sozusagen von der Basis des Gehirns hervor und zeigen demgemäß den Zustand der Säfte, die das Gehirn ernähren.

Ja, es scheint, als zeige sich nach den inneren Ecken der Augenhöhlen zu über dem Lid der ganze Zustand des Gehirns.

Dabei darf man nicht übersehen, daß die Kraftquelle des Gehirns, der negative Pol - der übrigens zeitweise positiv werden kann im Geschlechtsnervensystem liegt. Folglich spiegelt sich auch dieses dort wieder, was hier aber nicht näher auszuführen ist.

Die Ordnung im Bau des menschlichen Körpers, die Polaritäten und Achsenlagen der Kräfte und der chemischen Stoffbildung sind vollendet großartig.

Einfacher und unmittelbarer ist der Lebensausdruck bei den unteren Augenlidern, daher wollen wir diesen in Wort und Bild besonders zeigen.

Im Kleinhirn liegen die Organe der Finger-, Hand- und Armtätigkeit, des Feingefühls der Finger und Hände und weiter die Organe des Liebeslebens, der Jungen-, Klein- und Kinderliebe, der Anhänglichkeit, des Freundschaftssinnes usw.

Anderseits hat das Kleinhirn seinen Pol im Geschlechtsnervensystem und den damit zusammenhängenden Organen und Drüsen, ferner verlaufen die motorischen Nerven, die vornehmlich aus den Muskeln kommen, im Kleinhirn.

Damit ist uns auch der besondere Lebensausdruck der unteren Augenlider klar. Im weiteren zeigt sich an den Geweben der unteren Augenlider die Flüssigkeitsaufnahme, respektive die Verarbeitung derselben durch Darm, Blase, Niere usw.

(Bekannt ist, daß sich bei beginnender Wassersucht und Nierenleiden die Gewebe hier eigentümlich verändern.)

An Hinweisen auf diese Zusammenhänge findet man natürlich in anatomischen Instituten, wo man den Körper mit dem Messer zerlegt, keine Spur. Man findet sie auch nicht in physiologischen Instituten.

Daher muß das Studium der Lebensvorgänge im Gesichts- und Körperausdruck mit hinzutreten, dann erst kommen wir mit Hilfe der Anatomie usw. zum grünen Baum des Lebens, zur wirklichen Erfassung der physiologischen und psychischen Zusammenhänge und Korrespondenzen, und zwar nicht nur für den Anatomen und Arzt, sondern für jedermann zum Nutzen.

Zeichnung 25. Das starke untere Augenlid

Wir studieren also Seele, Leben, Geist nicht nur aus Religionsbüchern usw., sondern vornehmlich am lebendigen Menschen selbst. Damit stehen wir heute noch im großen ganzen einsam und verlassen auf weiter Flur, aber es bestehen Anzeichen, daß sich auf diesem Gebiet manches ändert.

Ist das Auge des Menschen das größte Wunderwerk in der Natur, dann kommt auch hier das Leben chemisch, stofflich, physikalisch und psychisch am stärksten zum Ausdruck.

Das ist der Fall - und seit Menschengedenken auch so angenommen worden. Freilich, erklärt hat es erst ein Genie, das, nebenbei gesagt, alles an Bitterkeit, was menschlicher Unverstand verschulden kann, darum erlitten hat.

Der Leser betrachte nunmehr die Zeichnung Nr. 25.

Die Zeichnung 25 läßt das kraftvoll gefüllte untere Augenlid erkennen, wodurch der an sich glanzvolle und frohe Ausdruck des Auges noch gehoben wird.

Wie von verhaltener Lebenslust geschwellt, erscheint diese starke Füllung des unteren Augenlides. Sie deutet auf Kraft und Fülle der Lebensnerven, die wiederum eine gesunde und starke Organ- und Drüsentätigkeit zur Voraussetzung haben.

Diese plastische Füllung des unteren Augenlides steht mit der plastischen Schwellkraft der Muskeln und besonders der motorischen Nerven in Zusammenhang, aber auch Blase, Nieren und die Sexualdrüsen sind in kraftvoller Funktion.

Zeichnung 26. Das schwache untere Augenlid

Es ist die Fülle von Stoff, Saft und Nervenkraft, die sich hier kundgibt, eine gute Darmtätigkeit und kräftige Verarbeitung der Flüssigkeiten durch Darm, Blase und Nieren.

Wir sehen eine gesunde Frische und Spannkraft der Augenlider. Die Haut, welche über den Geweben liegt, hat eine besondere Frische und einen prachtvollen Schmelz, womit eine gesunde Farbtönung einhergeht.

Daß dadurch auch die seelischen Funktionen günstig beeinflußt werden, liegt auf der Hand, und so sehen wir einen glanz- und lebensfrohen Ausdruck in beiden Augen und um dieselben.

Zeichnung Nr. 26 veranschaulicht das schwache untere Augenlid, das auf eine nur schwache motorische Nerven- und Muskelkraft deutet.

Ebenso ist die Flüssigkeitsverarbeitung durch Darm, Blase und Niere und die Tätigkeit der damit in Zusammenhang stehenden Drüsen und Organe nur gering.

Bild 27. Das stark und schön gefüllte untere Augenlid

Die Fülle der Lebensnerven ist schwach, das Auge selbst hat auch nicht den kernigen Ausdruck, das umliegende Gewebe nicht die starke Frische, die Schwell- und plastische Formkraft, auch nicht die frische lebhafte Farbtönung. Der Blick und Glanz des Auges ist matter.

So sehen wir in der Spann-, Strahl-, Form- und Schwellkraft der Gewebe den Ausdruck der inneren Lebensnervenfülle.

Bild 27. Hier sehen wir das stark und schön gefüllte untere Augenlid nach dem Leben vor uns.

Das ist die starke Fülle der Lebensnerven, der bezeichneten Organ- und Drüsentätigkeit, der gesunden motorischen Muskel- und Arbeitskraft, der gesunden und starken Funktion von Darm, Blase und Nieren.

Daß mit dieser starken Lebensfrische auch eine freudige seelische Einstellung einhergeht mit einer lebhaften Vorstellung glücklicher und gefühlvoller Gedankenbilder, sehen wir an dem warmen Blick des Auges.

Ein prachtvoller warmer Schmelz und lebhafte Farbtönung liegen dabei auf der Haut um Auge und Lider.

Das Auge selbst, das Licht des Geistes, der Spiegel der Seele, liegt eingebettet und geschützt in einem Gewebe von frischer, gesunder Schwell- und Spannkraft, was wiederum nicht möglich wäre, wenn sich nicht die inneren Organe, aus denen diese Kraft fließt, in ebenso gesundem und frischem Zustand befänden.

Man muß sich das Auge und die Lider als wunderbare Bauwerke von Zellen, Atomen und Molekülen denken, in denen die Lebensstrahlkraft fließt, die ihr Entdecker «Helioda» benannte. Diese ist stark, besonders in ihrem positiven Teil, woraus hier die plastische Schwell-, Strahl- und Formkraft der Augen und Lider hervorgeht. Wir erkennen hier also den Ausdruck der starken positiven Helioda. Das Auge liegt ein wenig unter der Achse - man sehe genau hin -, es ist jene ideal gedachte Achse, die wir schon näher bezeichnet haben. Sie scheidet, symbolisch gedacht, zwischen den körperlichen und sinnlichen Gefühlen, Gedanken und Vorstellungen und der seelischen und geistigen Vorherrschaft.

Die ideal gedachte Achse ist also ein Wertmesser. Demnach richten sich die Gedanken, Gefühle und Vorstellungen der Dame, Bild 27, richtet sich der Blick auf das innerlich und äußerlich sinnlich Schöne und Angenehme.

Durch das gefüllte untere Augenlid erhält das warme Auge einen schönen, heiteren, anziehenden, freudigen Reiz und Ausdruck. Es ist der Reiz und Zauber, den die gesunde warme Natürlichkeit und Frische, die edle Jugendkraft, die das Leben selbst lebendig sprechend zum Ausdruck bringt.

Glücklich, heiter und froh will das Leben sein und sich betätigen, schöpferisch und formbildend ist die Gotteskraft, die in den Geweben liegt, Ausdruck, Strahlung, Form, Geistiges und Seelisches vermittelnd.

Das Auge ist wie eine Blume, die vom Tau benetzt dem aufgehenden Licht des Tages und der Sonne entgegensieht.

Wie die Frucht quellend wird, wenn sie reift, so ist hier die milde und schöne Quellkraft der Gewebe ein Ausdruck der starken Lebenskraft, der gesunden Lebensnervenfülle, des Reichtums an Saft, Stoff und Kraft.

Leben ist also in Wirklichkeit Lust und Freude, Liebe zu allem Natürlichen, Schönen, Angenehmen und Guten.

Naheliegend ist wohl der Gedanke, wie der Lebensausdruck des Auges im entgegengesetzten Falle sein mag, wenn die natürliche Liebes- und Lebenserfüllung auf Abwege, unästhetische und sündhafte Bahnen gekommen ist.

Bild 28 bis 31. Der kühle Blick

Auch das können wir im Bilde sehr deutlich zeigen und mit wenigen Worten erklären. Alle seelische Wärme, Liebe und Freude, die tief in den Geweben fließt, die eine warme wunderbare Spannung und Strahlung verursacht, die das Herz erfreut und den Sinn entzückt, ist dann gewichen.

Der Blick ist kühl, die Gewebe um die Augen härten und verfärben sich ungünstig, erscheinen wie vergiftet, und das Auge fängt an, sich zu senken, siehe Bild 28 bis 31.

Die Bilder 28 bis 31 zeigen den kühlen Blick.

Es ist unnötig, weitere Erklärungen zu geben, der Leser kann den kühlen Blick und die ungünstigen Form- und Gewebsveränderungen um beide Augen erkennen und sie sich im weiteren, da die Schärfe der Bilder durch den Druck leidet, nach diesen Erklärungen vorstellen, ebenso die Gesamtauswirkung im praktischen Leben.

Daher soll die gesunde und edle Natürlichkeit im Heiligsten, das der Mensch hat, erstes Gebot sein, jede Übertretung rächt sich, macht Körper und Seele krank.


Levitating Stone
(Hinzugefügt)

Man studiere mit immer neuer Freude das Auge, den Spiegel der Seele, das Licht des Geistes.





Erstellt 2004. Update 4. Juli 2007
© Medical-Manager Wolfgang Timm
Fortsetzung 

Die  Kronen symbolisieren die höhere Natur in jedem Menschen, sein individueller potentieller innerer Adel. Jedermann ist verpflichtet seinen inneren Adel nach Albrecht Dürer und Carl Huter zu heben. Bearbeitung: Medical-Manager Wolfgang Timm
 
Die Sprache der Augen / Le langage des yeux